DAS HAUS LIECHTENSTEIN IN DER DEUTSCHEN LITERATUR / GRAHAM MARTIN Fürst Josef Wenzel 1696-1772 Ob Gundaker wie auch Karl von Liechtenstein Schil- ler als einzelne geschichtliche Persönlichkeiten be- kannt waren, ist kaum ergründlich. Schillers historische Abhandlung Geschichte des Dreissigjäh- rigen Kriegs liefert uns keine Hinweise, kommen die Liechtensteiner doch darin erst gar nicht vor. 
Weitere Generationen (einschliesslich derjenigen der Enkel der Fürsten Karl und Gundaker, der Für- sten Johann Adaml. und Anton Florian, die das Fürstentum Liechtenstein begründeten) können übersprungen werden, bis Fürst Josef Wenzel (Re- gierender Fürst 1712-1718 und 1748-1772), Uren- kel des Fürsten Gundaker, als nächster Vertreter des Hauses Liechtenstein in der schönen Literatur auf- tritt. Mit ihm haben wir eine glänzende Persönlich- keit seiner Zeit und ohne Zweifel die farbigste, die bisher das Haus Liechtenstein regierte. Aus diesem Grund verwundert es eigentlich, dass er erst in un- seren Tagen eine umfassendere literarische Be- handlung erfuhr. Im Büchlein Liechtenstein im Liede findet sich ein Gedicht von Dr. J. Emmer mit dem Titel «Wenzel Liechtenstein»."2 Mit simplem, militärisch anmuten- 55) Döblin machte bekanntlich seine vorbereitende Lektüre für die- ses detailreiche Werk mitten in seinem Dienst als Militärarzt während des Ersten Weltkriegs! 56) Falke. II. S. 220 u. 239. 57) Friedrich Schiller, 1759-1805, zur betreffenden Zeit in Jena tätig. Den Hinweis auf das Vorkommen des Namens « Lichtenstein» in Schillers «Wallenstein» verdanke ich Herrn Dr. Alois Büchel. 58) Erläuterungen zu Schillers Wallenstein, Tl. 1. Hollfeld o. J., S. 66. In der 1983 herausgegebenen, von Edgar Neis bearbeiteten 6. Auflage ist der Wortlaut gleich (S. 60). 59) F. Schiller, Wallenstein, edited by Karl Breul, Vol. I: Wallensteins Lager. Die Piccolomini. Cambridge 1894, S. 247. 60) JBL80, S. 77-110. 61) Laut verschiedenen Berichten erfolgte die Ernennung Wallen- steins zum Reichsfürsten am 3. oder 7. September; bei Gundacker von Liechtenstein (nebst seinem Bruder Maximilian) geschah dies am 12. September (Falke. II, S. 287). 62) Siehe Anm. 2; S. 38-40. Der Autor des Gedichts war wohl der Wiener Schriftsteller und Publizist Johannes Emmer (1849-1928), Verfasser mehrerer geschichtlichen Darstellungen und Romane. 103
        

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