Firstpfette und einige Büge entfernt, wie Zapfen und Zapfenlöcher bezeugen. Wohl ab Ende des 18. Jahrhunderts ist der Kamin, und mit ihm der schwärzende Rauch bis übers Dach hinaus hochgeführt wor- den. Das russfreie Rafenwerk stellt eine Erneuerung des 19. Jahrhun- derts dar. Denkbar ist einerseits eine Gleichzeitigkeit mit der Vor- mauerung der Blockbau-Fassade, denn die westliche Giebelwand schliesst in Rüfesteinen und Kalkmörtel sauber an die heutigen Rafen, anderseits eine Gleichzeitigkeit mit dem Scheunen-Neubau der letzten Jahrhundertwende, da die Zumauerung des östlichen Giebelfensters gleichen Mörtel trägt wie die Rafen-Untermauerungen. Daraus darf rückgeschlossen werden, dass der Blockbau erst zur letzten Jahrhun- dertwende mit einer massiven Vormauerung verdeckt worden ist (?). Dabei beruhen die Mörtelvergleiche nur auf einer optischen Gegen- überstellung, nicht auf einer Labor-Untersuchung. Die gemauerte westliche Giebelwand zeigt Mörtelnegative einer chro- nologisch älteren, d.h. 1743 angebrachten senkrechten Verbreiterung. Die östliche Giebelwand ist mit rundlichen Lesesteinen und Lehm gesetzt, beiden Giebelwänden fehlt Russschwärzung. Zusammengefasst finden wir für Dachstuhl und Dachgeschoss folgende Bau-Chronologie: I, um 1592 dendrodatiert; Dachstuhl hypothetisch stehend mit Schwar- dach, auf Blockbau aufsitzend; Giebelwände verbreitert; Substanz fehlt. II, 1743 Stehender Dachstuhl mit Ziegeldeckung, Dachflächen-Nei- gung 41°; Fuss um etwa 20 cm (Fusspfette) angehoben; eingezäpfte Bughölzer in ca. 45° Neigung; Giebelwände aus senkrechten Brettern, ostseits mit Fenster; Küchenrauch im Dachgeschoss. II b, E. 18 Jh. Kamin übers Dach geführt; östliche Giebelwand in Stein und Lehm ausgefacht. III, E. 19. Jh. Rafenwerk erneuert; 2. Fusspfette unterschoben; First- pfette und einige Büge entfernt, damit Dachflächen-Neigung auf 37° verringert; westliche Giebelwand massiv (Blockbau-Vormauerung); östliches Fenster zugemauert (Scheunen-Neubau). 105
        

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