DAS GRABMAL Heinrich Jobst, dem die Ausführungen des Grabmals übertragen wurde, war vier Jahre jünger als Egon Rheinberger. Geboren 1874 in Schönlind in der Oberpfalz, lebte er seit seinem 6. Lebensjahr in München1". Nach seinem Studium an der Kunstakademie in München, wo er zum Teil die selben Lehrer hatte wie Egon Rheinberger, arbeitete er seit 1900 bei Georg Wrba, einem Freunde Egons. Wahr- scheinlich hat Wrba diesen Bildhauer, der unterdessen seit 1901 auch als Fachlehrer an die Kunstgewerbeschule berufen worden war, für die Ausführung des Grabmals empfohlen. Die Steinmetzarbeiten führte Alois Aufleger aus, der am 24. Juni 1903 dafür 4600 Mark in Rechnung stellte". Dazu kamen am 2. Juli 1903 noch 2436,20 Mark für den Transport und die Aufstellung durch das Bau- und Steingeschäft Zwisler & Baumeister12. Am 14. Oktober 1903 erschien im Feuilleton der «Augsburger Postzei- tung» eine Beschreibung des Grabdenkmals13: «München, 8. Okt. Im südlichen Friedhofe, an der Südwand unter den Arkaden nächst der Kapuzinerstraße, ist nunmehr ein Grabdenkmal des Componisten und Lehrers Dr. Joseph von Rheinberger aufgestellt wor- den. Groß in der Einfachheit und Eigenart, just wie der Gelehrte uns in seinem Leben, Wirken und seinen Werken entgegentritt, ist das herrliche Denkmal, das seine treue Lebensgefährtin Franziska Rheinberger mit ihm in sinniger und pietätvoller Weise theilt. Dem Wunsche des beschei- denen Mannes gemäß trägt das Denkmal die einfache Überschrift: «Rheinberger'sche Gruft». Wie sein Leben, so ist auch sein Denkmal einfach aber groß. Schlicht, aber desto vornehmer und eindrucksvoller ist der Componist mit seiner Lebensgefährtin in büstenförmigen Reliefs in einer vertieften Nische dargestellt. Der feine liebenswürdige Zug im Antlitz der Verblichenen ist dem Künstler, Bildhauer Heinrich Jobst, äußerst gut gelungen. Prächtig wirkt der pyramidenartige Abschluß nach oben, mit dem Relief des hl. Christophorus, des Titelträgers der gleich- namigen symphonischen Dichtung14 Rheinbergers, eines seiner Haupt- werke, zu dem ihm die Gattin den Text schrieb. Der monumentale Charakter des Denkmals wird gehoben durch die Pilaster zu beiden Seiten der Porträts, die auf dem gleichfalls einfachen Sockel ruhen, der die Geburts- und Sterbeangaben trägt: «Joseph Rheinberger, *XVIII. III. 1839, f XVIII. XL 1091" Vaduz = München - Franziska Rheinber- 11
        

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