baugeschichtlichen Rarität gleichkommt. Der Dachstuhl fehlt. Der Kernbau wurde, dendrochronologisch ermittelt, um 1592 erbaut. Als Bauetappe II bezeichnen wir das Aufsetzen des heutigen Dach- stuhles, dendrodatiert mit 1743. Die Blockbau-Südwand wird durch Massivmauerwerk ersetzt. Im Innern des Hauses sind diverse Verände- rungen vorgenommen worden, insbesondere an Geschossböden und Befensterung. Die bisher bis zum Dach offene Küche erhält eine Decke, der Rauch entweicht durch einen Rauchfang ins Dachgeschoss. Dadurch entsteht im Obergeschoss eine dritte Kammer, eine Treppe führt nun hinauf. Eine letzte, eingreifende Veränderung hat das Haus wohl zu Ende des 19. Jahrhunderts erfahren, bezeichnet mit Bauetappe III, stilistisch und chronologisch datiert. Nebst Unterkellerung von Stube und Nebenstube, sowie einem Neubau von Stall und Scheune, wird die Blockbau-Westfassade mit einer massiven Mantelmauer versehen. Im Innern erhalten die Holzwände moderne Verkleidungen. 2.2 DAS KELLERGESCHOSS Kelleranlagen weisen hierzulande auf die Tätigkeit der einstigen Bau- herren. So finden wir Gewölbekeller als Inbegriff des Weinbauern, und dort sind sie denn auch, wie der Name Keller bedeutet, die Zelle, also der Ursprung und das Zentrum des Hauses. In ihnen lagert die mühselige Arbeit eines ganzen Jahres. Eine zweite Kellerart, jene mit Holzbalkendecken überspannt, weist auf Vieh- und Ackerbauern. Sie dienen der allgemeinen Vorratshal- tung. Diese zweite Kellerart finden wir in unserem Haus Nr. 52. Kaum jedermann verständlich dürfte jedoch sein, dass diese Art Keller man- cherorts oft erst im 18. und gar 19. Jahrhundert unter die bestehenden Häuser untergraben wurden. Dies konnten wir auch bei vorliegender Untersuchung feststellen (Abb. 3). Zum ursprünglichen Blockbau von 1592 (Bauetappe I) finden wir unter dem mittleren Küchendrittel eine in Rüfesteinen und Kalkmörtel ausgekleidete Grube (R. Ol). Mit ihren Abmessungen von etwa 1,1 85
        

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