19) Maria Josefa Gräfin Harrach (1763-1833) war seit 1782 Gemahlin des Grafen Johann (Nepomuk) Ernst Harrach (1756-1829), der seine Karriere in kurmainzischen Diensten begonnen hatte, 1749 nach Wien überwechselte und 1785 Reichshofrat wurde; 1792 begleitete er Kaiser Leopold II. zur Krönung nach Frankfurt. Danach verließ er den Staatsdienst, um der Kunst und der Förderung der Industrie zu leben - letztere konzentrierte sich auf die Leinenfabrikation, den Eisenbetrieb und die Glasproduktion, ein bedeutender Arzt. Wurzbach, Biographisches Lexikon 7, S. 378 f. 20) Hrzan an Kaunitz, wie Anmerkung 15. 21) Karl Philipp Moritz (1757-1793) weilte von 1786-1788 in Rom. Er hat seine eigene problematische Jugendzeit in seinem biographischen Roman «Anton Reiser» dargestellt. Ein wechselvoller, selbstquälerischer Lebensweg führte ihn in den gleichen Jahren, in denen auch Goethe dort weilte, nach Rom. Nach der Rückkehr verbrachte er vom 4. Dezember 1788 bis zum 1. Februar 1789 die glücklichste Zeit seines Lebens in Weimar. Danach wurde er Professor der Theorie der schönen Künste an der Kunstaka- demie in Berlin, wo er bald starb. ADB 22, 1895, S. 308-320; Noack, Deutschtum 2, S.408. 22) Der Maler Johann Heinrich Wilhelm Tischbein (1751-1829) weilte 1779-1781, 1783-1787 und 1789 in Rom. Er hatte schon einen bedeutenden Namen als Portraitma- ler, als er 1779 von seinem Landesherrn, dem Landgrafen von Hessen-Kassel, nach Italien entsandt wurde. Zwischendurch nach Zürich gereist, erhielt er durch Goethes Vermittlung ein römisches Stipendium des Herzogs von Sachsen-Gotha, das jedoch 1786 ein abruptes Ende fand, weil er sich mit seinem Gönner über die Aufstellung eines Gemäldes nicht einigen konnte. Der Herzog entzog es in Gotha der Öffentlichkeit. Goethe wohnte bei Tischbein - dieser war sein beständiger Begleiter, auch Ende 1787 auf der Reise nach Neapel, wo er 1789 Akademiedirektor wurde. 1799 kehrte Tischbein nach Kassel zurück. Erst 1808 erhielt er eine ständige Stelle in Eutin. Noack, Deutsch- tum 2, S. 598; ADB 38, 1894, S. 365-370. 23) Johann Ferdinand von Reiffenstein (1719-1793) war 1762 nach Rom gekommen. Als Freund Winckelmanns wurde er zu einem berühmten Kenner des antiken Rom, ohne jedoch selbst wissenschaftliche oder künstlerische Originalität zu entwickeln. Er ver- suchte sich auch als Künstler und wurde vor allem als Stadtführer in Rom gerühmt. Reiffenstein erhielt sowohl die kaiserlich-russische wie die sachsen-gothaische Hofrats- würde. Er hat Goethe vor allem als Führer gedient, ADB 27, 1888, S.685; Noack, Deutschtum l, S 340 f. und 2, S. 476 f; ders., Aus Goethes römischem Kreise, in: Goethe-Jahrbuch 30, 1909, S. 131-140; 31, 1910, S. 169-179. 24) Alois Hirt (1759-1839) weilte 1782-1796 und 1816/17 in Rom. Nach Studien in Freiburg und Wien kam er 1782 nach Italien. In Rom wirkte er als kenntnisreicher Cicerone. Er publizierte in Schillers «Hören». Vielfach angefeindet, wurde er 1796 durch Förderung der Gräfin Lichtenau, der Geliebten des Königs, von Friedrich Wilhelm II. zum Mitglied der beiden Berliner Akademien ernannt. In Weimar löste er mehr Reserven als Zustimmung aus. 1810 o. Professor und Hofrat an der neugegründeten Universität Berlin. Hirt gilt als einer der Begründer der deutschen Kunstgeschichtswis- senschaft. ADB 12, 1880, S. 477-479: NDB 9, 1972, S. 234 f. 25) Goethe an Karl August 1786 XII 12 Rom. Grumach (Hg.) Goethe. Begegnungen, 5. 94 (nach WA IV 8, S. 53). Ders., An Johann Gottfried und Caroline Herder, 1786 XII 2, ebda, (nach WA IV 8, S. 77): «Ich gehe absolut zu niemanden ausser zu Künstlern. Den Bruder der Gräfinn Harrach einen Prinzen Lichtenstein hab ich allein ausgenom- men, der mir denn auch mit viel Gefälligkeit verschafft hat Dinge zu sehn, die man 71
        

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