über das Kommen der Österreicher, und ganz ersichtlich hatte ihm in jenen schwierigen Tagen Prinz Moritz von Liechtenstein geholfen: «welcher mehr, als er selbst wissen kann, mir hilfreich gewesen. Die edle Theilnahme des Fürsten Louis (= Alois Gonzaga Prinz Liechten- stein, V.P), der mit eigener und der Seinigen Gefahr die Verwüstun- gen, womit uns wilde Horden (von Kosaken, V.P.) überzogen, abzu- lehnen trachtete, mußte rühren und unsere Hoffnungen beleben.»" Goethe gefiel die Stimmung der österreichischen uniformierten Aristo- kraten. Es sollten noch manche kommen, so der Staatskanzler Metter- nich und Fürst Alfred Windisch Grätz. Besonders die Brüder Liechten- stein aber hatte Goethe mit großer Freude begrüßt. Sie zogen dann bald weiter auf ihrem siegreichen Feldzug, der sie tief nach Frankreich hineinführte.92 Damit aber war auch die Geschichte der Begegnungen Goethes mit dem Hause Liechtenstein zu Ende, eigentlich die Geschichte der Begegnungen mit den Kindern des Prinzen Karl Borromäus, des Bruders von Fürst Franz Josef I. Prinz Moritz überlebte die Strapazen des Krieges nicht lange, der Feldmarschall-Leutnant starb nicht einmal 44jährig am 24. März 1819. Sein Bruder Alois Gonzaga, als Mitglied des Johanniter-Ordens unverheiratet, vertrat 1813 als Gesandter die Interessen seines Ordens am kaiserlichen Hof - er erhielt noch die Stellung eines Kommandierenden Generals in Böhmen und Mähren und wurde 1830 Feldzeugmeister, im gleichen Jahr bekam er den Orden des Goldenen Vliesses. Er starb am 4. November 1833 mit 53 Jahren in Prag. Die Fürstin Leopoldine aber überlebte alle, ein- schliesslich Goethe.93 Die zweite Phase der Begegnungen des Dichters mit dem Hause Liechtenstein war ganz anders verlaufen als jene beschwingten römi- schen Tage. Aber auch in Karlsbad haben die Liechtenstein Goethe manche Beziehung eröffnet, aber nun war der sechzigjährige Goethe der Olympier, um den sich die hohen Herrschaften gerne drängten - nicht mehr der junge Mann, der begierig in eine unbekannte Welt vordrang. Doch auch Goethe genoß die Kontakte mit den Aristokraten sehr. Gewiß, die Begegnungen Goethes mit dem Haus Liechtenstein waren eher flüchtig - aber man wird sie nicht gering schätzen dürfen, weder für die Geschichte des fürstlichen Hauses noch für die Biographie des Dichters. Sie spielten sich sowohl in Rom wie in den Bädern Böhmens 67
        

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