Maria-Theresien-Ordens. 1809 wurde er erneut schwer verwundet und bekam das Komturkreuz des Maria-Theresien-Ordens.84 Beide Offi- ziere standen vor dem Feldzug in Rußland, in dem die österreichische Armee allerdings eine eher passive Rolle spielte. Dem Karlsbader Aufenthalt schloß sich ein erneuter Besuch in Teplitz an, der ganz im Zeichen der Kaiserin Maria Ludovika stand. Es kam damals auch zu der denkwürdigen Begegnung Goethes mit Beethoven, die allerdings unglücklich endete - Beethoven habe Goethe damals seine zu große Devotion vor dem Adel vorgeworfen.85 Im Sommer 1813 folgte dann ein neuerliches Treffen, schon im Zei- chen der beginnenden Wende Österreichs gegen Napoleon. Die Kata- strophe des Kaisers der Franzosen in Rußland hatte sich schon vollzo- gen. Im Frühjahr 1813 hatten Rußland, Preußen und ihre Verbündeten auf deutschem Boden weitere Erfolge erzielt. Der Krieg zog sich nach Sachsen, aber Napoleon siegte am 2. Mai bei Großgörschen und am 20./21. Mai bei Bautzen - die Verbündeten zogen sich wieder nach Schlesien zurück. Der preußische Kriegsminister Scharnhorst, bei Großgörschen schwer verwundet, eilte dennoch nach Prag, um den Anschluß Österreichs an die Koalition zu erreichen, und starb dort. Am 4. Juni 1813 machte Napoleon den Fehler, einen sechswöchigen Waffenstillstand zu schließen. Ende April 1813 reiste Goethe über Dresden nach Teplitz.86 Am 15. April hatte er in Weimar die wichtig- sten Wertgegenstände und Manuskripte vergraben lassen - der Dichter fühlte sich zutiefst vom Kriege bedroht. Das Zureden der Seinen und die Hoffnungen auf Österreichs fortbestehende Neutralität ließen ihn, der weiterhin an Napoleons Stern glaubte, aber doch noch für 107 Tage nach Böhmen reisen, diesmal nach Teplitz. Bei dieser Reise waren Goethe auf der deutschen Seite des Grenzgebirges allerlei Anzeichen des Krieges begegnet - aber auf der böhmischen schien die Weltge- schichte den Atem anzuhalten. Am 9. Juli war Goethe von Böhmen aus über Zinnwalde (Cmovec) nach Altenberg in Sachsen gereist; am 12. Juli überquerte er erneut die Grenze. «Es war, während des Stillstandes, an dem das Schicksal der Welt hing, ein Wagstück nicht ohne leichtsinnige Kühnheit. Die Gränze von Sachsen nach Böhmen geht durch Zinnwalde durch; um den Mineralienhändler zu besuchen, mußte ich schon Sachsen betre- ten, alles, was für mich bedeutend war lag auf dieser Seite. Und nun gar die Wanderung nach Altenberg, dem Anscheine nach geheimniß- 64
        

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