Ich habe nach der Matura am Collegium Marianum in Freiburg das Sekundarlehrerdiplon gemacht. Massgebend für die Berufswahl waren wohl praktische Erwägungen, ein verhältnismässig kurzes Studium und Unabhängigkeit von der Unterstützung durch die Familie. Stipendien, wie wir es heute verstehen, gab es damals nicht. Europa war im Krieg. Es waren ganz andere Zeiten, die sich auch auf die Berufswahl auswirkten. Ich habe auch Vorlesungen in Kunstgeschichte und Jour- nalistik besucht. Beide Fächer interessierten mich sehr. Aber die Berufsausbildung ging natürlich vor. Nach dem Abschluss war ich ein Jahr an der Klosterschule in Disentis tätig, eine Zeit, an die ich stets gerne zurückdenke. Ich war gern Lehrer und habe den Lehrerberuf nach 25 Jahren erst nach langem Überlegen und nicht ohne ernste Bedenken aufgegeben. Zum Museum bin ich eigentlich durch meinen lieben Kollegen und alten Freund David Beck gekommen. Ich habe bei archäologischen Grabungen mitgearbeitet. Er hat das Landesmuseum im 1. Stock der Landesbank eingerichtet. 1954 konnte es eröffnet werden. Das Museum ist eine Gründung des Historischen Vereins, von dem auch die ersten Sammlungen angelegt wurden. David Beck war Museumslei- ter. Es war sein Museum, dem er neben seinem Beruf und archäologi- schen und volkskundlichen Forschungen seine ganze Freizeit widmete. Nach dem Rücktritt von Fürstl. Rat Josef Ospelt wurde er Vereinsprä- sident. Ich war lange Jahre Kassier und durfte ihm oft bei Schreibarbei- ten für den Verein und das Museum helfen. Dies fand in einem kleinen Kabinett in der Landesbank statt, in dem eine unglaubliche Vielfalt von Dingen gestapelt war: Münzen, urgeschichtliche Scherben, Kno- chen und rostige Eisen, alte Säbel, Bücher und Akten, Photographien und Pläne. Die Platznot war gross. Auf dem Tisch stand eine kleine Adler-Reiseschreibmaschine, auf der die Korrespondenz erledigt wurde. So wurde ich mit der Museumsarbeit und auch mit dem Historischen Verein vertraut. Als David Beck 1966 starb, wurde ich zum Vereins- präsidenten gewählt, dem ganz selbstverständlich auch die Sorge für das Museum übertragen wurde. Das gehörte einfach dazu. So wurde ich Museumsleiter, vorerst jedoch nebenamtlich und auch ehrenamt- lich, das heisst um Gotteslohn. 430
        

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