«Werdenberger & Obertoggenburger» um 1886 und 1888 zur Auswan- derung (Otto Ackermann) und zu den Schicksalen des in der Zwi- schenkriegszeit 1926 ausgewanderten Seppli Kaiser aus Garns (Emma Dürr-Kaiser) und des Seveler Kunstmalers und Heimkehrers Ulrich Hagmann (Werner Hagmann) bis zu Berichten über Auswanderer- Nachfahren in Kansas (Hans Rissi) und über Kanada-Auswanderer der 1950er Jahre (Jakob Gabathuler). Dass die Ausgewanderten häufig und gern in die Werdenberger Heimat zurückberichteten, belegen zwei kommentierte Auswandererbriefe von 1904 (Hans Jakob Reich) und von 1986; der letztere, aus dem Silicon Valley (Otto Ackermann), stellt gewissermassen den «link» zum Chip-Zeitalter her. Insgesamt sind nun mit Norbert Jansens Arbeit zur Auswanderung in Liechtenstein (Jb. des Historischen Vereins für das Fürstentum Liechtenstein, Vaduz 1976, S. 1-222) und mit den vorliegenden Werdenberger Beiträgen zwei benachbarte Gebiete zum gleichen Thema - und damit für den Vergleich - erschlossen. «Ob es sich schwangeren Leibes befinde?» wurde 1753 die arme Dienstmagd Barbara Zogg aus Werdenberg vor Gericht gefragt. Das kommentierte Protokoll eines frühen Vaterschaftsprozesses (Hans Stricker) exemplifiziert ein Stück Sozial- und Rechtsgeschichte. Die Richter verurteilten den leiblichen Vater, dem Kind 100 Dukaten und der verleugneten Braut 100 Kronentaler zu geben; zehn Tage darauf heiratete der Untreue eine andere, und drei Monate später gebaren beide Frauen. Ein Gegenstück zeichnet die 1802 in Azmoos vorgefal- lene, abenteuerliche Entführung der Ursula Sulser (Jakob Gabathu- ler), die im Einvernehmen mit ihrem Wildhauser Bräutigam, aber gegen den Willen des Vormundes durch 30 bewaffnete Reiter auf einem Leiterwagen über das liechtensteinische Vaduz oder Schaan gefahren und geheiratet wurde, was dann Ämter bis zum Justizdeparte- ment der Helvetischen Republik beschäftigte. Für die beiden romanar- tigen Fälle lagen die Hauptquellen bezeichnenderweise in Glarus, dessen Vogtei das Werdenbergische war. Der Streik der Werdenberger Sticker von 1927 (Heini Schwendener) wirft ein Licht auf Bedeutung und Zusammenbruch der Stickerei im Werdenbergischen. In Grabs allein standen zur Zeit des Streiks noch 242 Stickmaschinen. Miszellenartig gelten weitere illustrative Kurzdar- stellungen etwa der religiösen Lyrikerin und Arbeitslehrerin Katharina Vetsch, 1858-1938 (Emerita Eggenberger) - «O der Stunde, Da dem 314
        

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