«Der Drang nach Ubersiedlung in die neue Welt...» Werdenberger Jahrbuch 1988, Beiträge zu Geschichte und Kultur der Gemeinden Wartau, Sevelen, Buchs, Grabs, Garns und Sennwald, 1. Jahrgang, hg. von der Historisch-Heimatkundlichen Vereinigung des Bezirks Werdenberg, Buchs Druck und Verlag, Buchs 1987, 150 S. PETER GEIGER Der Auswanderung aus dem st. gallischen Bezirk Werdenberg nach den Vereinigten Staaten von Amerika in den Jahren 1840 bis 1880 ist der Hauptbeitrag (Norbert Allenspach) im Werdenberger Jahrbuch 1988 gewidmet. Rund 2000 Personen aus dem Landstrich zwischen Trübbach und Sennwald zogen in jenen 40 Jahren aus, drei Viertel im Familienverband, meist jung, immer aus wirtschaftlicher Not. Die durch den Rheinlauf und die Versumpfung bedrängte Kleinlandwirt- schaft nährte die wachsende Bevölkerung - 15 492 im Jahre 1880 - nicht mehr. Mit dem geweihten Agathabrötchen, mit dem ordentlichen Geldzuschuss der Bürgergemeinde, ausgerüstet nach den Ratschlägen der Auswanderungsbücher, mit dem Vertrag der Auswanderungsagen- tur und dem Segen der Angehörigen fuhr man über den Walensee, später wochenlang unter Deck eines Dreimasters über den Atlantik, mit oder ohne Kontaktadresse in Amerika. Fast ein Viertel waren Kinder unter 9 Jahren. Im Kanton stand der Bezirk Werdenberg in jener Zeitspanne in der Auswanderung bei weitem an der Spitze, gefolgt vom benachbarten Bezirk Sargans. Wartau, Sevelen und Buchs erlebten den stärksten Aderlass. Der Autor hat aus Amtsberichten und aus kantonalen und insbesondere Bürgergemeindearchiven eine Fülle von Quellen und Daten ausgewertet und statistisch dargestellt. Die einzelne Auswanderung war umsichtig vorbereitet und lag übrigens auch im Interesse der Daheimgebliebenen, deren Gemeindenutzen so weniger geschmälert wurde. Gelegentlich gab man unliebsame Bewoh- ner mit, so 1845 den 73 ausreisenden Sevelern «des roten Heiris ledige Hure», die auch gleich einem Sarganser den Laubsack stahl. Kürzere Beiträge zum Thema spannen den Bogen von der Auswande- rungsforschung (Heidi Gander) über Einblicke in eine Monatsschrift des Amerikareisenden Heinrich Bosshard von 1853 und in die Zeitung 313
        

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