Anthropologischer Bericht HANSUELI F. ETTER Die Schädelkalotte ist schwer und massiv gebaut. Ihre Knochensub- stanz ist hart und sowohl innen als auch aussen dunkelbraun verfärbt. Einzig das Stirnbein ist etwas heller und über die beiden Überaugenbö- gen zieht ein durchgehender gräulicher, ca. 1 cm breiter Streifen. Die Tabula externa und interna sind kaum angewittert. Einzig im Bereich des linken Überaugenbogens ziehen fünf tiefere, ca. 10 mm lange und einige kleinere Kerben nach unten. Nach unserem Dafürhalten sind sie sekundär, wahrscheinlich beim Ausgraben oder beim Reinigen des Schädels entstanden. Da der Schädel dort deutlich spröder ist als z.B. im Bereich des Hinterhauptes, entstehen dort leichter entsprechende Kerben. Im Bereich einzelner Nahtstellen sind noch deutlich Reste von feinstem Wurzelwerk erkennbar. Im Inneren der Augentrichter und vor allem auf der Innenseite des Stirnbeins sind zahlreiche, ca. 1 qmm grosse Punkte feststellbar, die sich stellenweise zu grösseren Flecken verdichten. Es handelt sich um (kalkige?) Auflagerungen, die wohl im Zusammenhang stehen mit der Zusammensetzung des umgebenden Erdreiches. Der Schädel ist an dieser Stelle etwas stärker angewittert, d.h., an der Oberfläche spröder. Die Kalotte besteht aus dem Frontale, den beiden Parietalia, dem (Supra-) Occipitale, dem rechten Temporale (Squama und Mastoid) sowie einem kleinen Fragment des rechten Sphenoid. Alle Impressio- nen an der Tabula externa und besonders an der Tabula interna sind deutlich ausgebildet. Die Koronal-, Sagittal- und Lambda-Nähte wei- sen eine ausserordentlich feine Verästelung auf. Kleinere Nahtkno- chen treten auf im Bereich der Koronal- und Sagittal-Naht. Die Lambda-Naht weist mehrere grosse Nahtknochen sowie ein Inkabein auf. Alle Muskelansatzstellen sind deutlich profiliert. 305
        

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