ser-Walser-Zusammenhang». Aber auf Grund von weiteren Nachfor- schungen zu diesem Sagenmotiv, schreibt er abschliessend: «Das Über- gewicht der Belegorte im Rhonetal macht ein dortiges, zumindest sekundäres, Ausbreitungszentrum des legendären Berichtes wahr- scheinlich. Bei den nachwirkenden innerkirchlichen Zusammenhängen der katholischen Aussenorte mit dem Wallis durch Wallfahrten, durch Einfluss geistlicher Literatur, Bezüge zur Oberwalliser Altarkunst usw. lässt sich die besondere räumliche Streuung der Sage wohl auch für spätere Zeiten erklären, so dass schliesslich weder mit einer Walliser «Erfindung» noch sicher mit einem bei der ersten Auswanderung mitgebrachten Walsererbgut gerechnet werden kann». Also nach Paul Zinsli kommt für die Weidmannsage in Triesenberg ein «sekundäres Ausbreitungszentrum» in Frage, an Ort und Stelle mit Lokalkolorit, wie oben dargetan. Eine weitere wunderschöne Parallele haben wir diesbezüglich auch im Urnerland2". Während in unserer Weidmannsage sowohl das Angelus- Motiv wie das Wandlungs-Motiv zum Zuge kommen, werden in Nen- zing (Angelus-M.) und im Urnerland (Wandlungs-M.), obwohl dort wie hier dieselben Voraussetzungen gegeben sind, die Motive nur einzeln verwendet. Im Urnerland schreit der fehlbare Mann bei der Wandlung überlaut auf. Nach dem Gottesdienst zitierte ihn der Pfarrer zu sich ins Pfarrhaus und fragte ihn, warum er bei der Wandlung so ein Geschrei verführt habe? Die Antwort des seltenen Kirchgängers lau- tete: «lehr hend der Heiland z'ussrisch a dä Zeechä widerg'ha, ich ha g'meint, iehr miessed-ä la gah.» Der Pfarrer dachte: «Der ist frömmer als du», und liess ihn künftig gewähren. Aus dieser Abhandlung ersehen wir: a) Dass Sagenmotive meistens in einem sehr weiten Gebiet Allgemein- gut sind und nur selten ortsgebunden sind. b) Dass Sagen, wenn sie in entsprechende Zusammenhänge gebracht werden, äusserst interessant werden. c) Dass im Schulunterricht viel dazu beigetragen werden kann, dass unsere Sagen lebendig bleiben. 280
        

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