Die vier Benediktuspfennige (Nr. 11 bis 14) gehören in den Umkreis geweihter Amulette, die gegen Gift und Pest getragen wurden. Nieder- meier belegt für die Lechgegend den Brauch, Benediktuspfennige mit ins Grab zu geben; sicher wurde der Brauch im ganzen alpenländischen Gebiet gepflegt. Aus dieser Gruppe ist Nr. 11 besonders erwähnens- wert, weil wir hier den ältesten bekannten Typus vor uns haben. Nr. 12 ist von grosser Seltenheit, da an Stelle St. Benedikts der Hl. Magnus (Mang) von Füssen im Allgäu tritt. Nr. 12 bis 14 sind aus dünnstem Messingblech geprägt und stehen den Arbeiten von Peter und Paul Seel in Salzburg nahe. In der letzten Gruppe der Gnadenpfennige ist Nr. 31, mit zwei Jesui- tenheiligen, ebenso Nr. 35, eine späte Kongregationsmedaille, mit den Jesuiten im nahen Feldkirch in Zusammenhang zu bringen. Die beiden Pfennige Nr. 32 und 33 mit Christus- und Marienbüste, nach dem Vorbild von Abbondio, treten sehr häufig auf und können hier nicht näher eingeordnet werden. Schliesslich ist noch der herzförmige Pfennig Nr. 34 zu erwähnen. Ob es sich bei dem mit «GRISAVENSIS» bezeichneten um einen Bruder- schaftspfennig von Grüssau in Schlesien handelt, kann wegen fehlen- der Literatur nicht eindeutig gesagt werden. An den Rosenkranzfragmenten Nr. 2 und 3 sind nur die Gnadenpfen- nige und Abschlusskreuze erwähnenswert. Nr. 2b dürfte von einem Mitglied des Dritten Ordens vom Hl. Franz herrühren und auf Grund der Fidelisverehrung aus Feldkirch stammen. Die Datierung dieses Gnadenpfennigs liegt zwischen 1729 und 1746, da Fidelis von Sigmarin- gen in diesen Jahren selig bzw. heilig gesprochen wurde. Das Abschlusskreuz 2a bildet mit den Nr. 5 und 6 eine Gruppe von Rosenkranzkreuzen, die im ganzen süddeutschen Raum häufig ange- troffen werden. Die beiden Caravacakreuze Nr. 3a und 4 belegen die hohe Wertschätzung, die diese «spanischen Kreuze» in der Barockzeit genossen. Die Kreuze Nr. 7 bis 10 zeigen schliesslich die Entartungs- stufe, die Devotionalien wurden durch fabrikmässige Herstellung zur schlechten Massenware degradiert. Mit Ausnahme von Nr. 29, die wahrscheinlich aus praemonstratensi- schen Besitz stammt, beleuchtet der Fund die vom Volke gebrauchten und verehrten Andachtsgegenstände. Die religiöse Volkskunde hat hier an einem eng begrenzten Bezirk Einsicht in die besuchten Wall- fahrten und in die vom Volke besonders geschätzten Devotionalien. 272
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.