Anthropologisches Gutachten zu den Bestattungen bei St. Mamertus, Triesen (FL) HANSUELI E ETTER GRAB 1 Das Skelett bestand aus dem Rumpf und den oberen Extremitäten. Der Schädel sowie die unteren Extremitäten ab Mitte Oberschenkel konnten nicht geborgen werden. Der Erhaltungszustand der Knochen ist schlecht. Das Individuum lag auf dem Rücken, mit über dem Körper angewinkelten Unterarmen. Die angeschnittenen Oberschen- kel lassen auf eine gestreckte Beinlage schliessen. Holzspuren oder gar Sargnägel waren nicht nachzuweisen, so dass es sich wahrscheinlich um ein Erdgrab handelt. Alle geschlechtsspezifischen Merkmale - besonders das Becken - sind eher weiblich. Die wenigen, sicher verwertbaren Altersmerkmale ver- weisen auf spätmatur, das heisst, die Frau ist am wahrscheinlichsten zwischen 50- und 60jährig verstorben. Ihre Körpergrösse betrug zu Lebzeiten, aufgrund von drei Längenmassen von Langknochen, um 163 cm. An pathologischen Merkmalen sind Spondylosis deformans im Bereich der Lendenwirbel sowie ein distales Ulnagelenk mit Arthrose nachzuweisen. Diese krankhaften Veränderungen an den Knochen stehen im Zusammenhang mit dem Alter der Frau. GRAB 2 Vom Skelett konnten der Rumpf, die oberen Extremitäten und der Schädel geborgen werden. Der Erhaltungszustand der Knochen war durchwegs schlecht. Das Individuum war in Rückenlage bestattet worden. Seine Unterarme waren über dem Körper angewinkelt, so dass die Hände auf dem Becken lagen. Das Fehlen von Sargspuren macht eine Erdbestattung wahrscheinlich. Die zur Geschlechtsbestimmung verwendbaren Merkmale am Schädel und am Becken verweisen auf ein weibliches Individuum. Die altersab- 245
        

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