Der kleine Schnitt am nördlichen Ende der Baggerstörung von 1985 gibt einen recht guten Aufschluss über die Schichtfolge (Abb. 9) und wird ergänzt durch die Beobachtungen im Bereich der Gräber 1 und 2. Die heutige flache Ebene ist nach der letzten Renovation künstlich angelegt worden, dementsprechend sind die Grasnarbe und der darun- ter befindliche Humus unterschiedlich dick und manchmal auch mit moderneren Scherben durchsetzt. Darunter befindet sich eine dunk- lere Schicht von etwa einem halben Meter Dicke. Sie ist stark mit mittelgrossen bis kleineren Bruchsteinen, etwas Mörtelabbruch und Humus durchmischt; darin fanden wir einen Teil der Fundobjekte. Wir vermuten, dass diese Schicht wieder eine Planie darstellt, zu welcher allerdings Abbruchmaterial aus der näheren Umgebung verwendet worden ist. Diese Schicht liegt nun wiederum auf einer 50—70 cm dicken gelblich-braunen Strate mit erheblichem Lehmanteil. Im Schnitt haben wir nahe der Umfassungsmauer eine Ansammlung von grösseren Bruchsteinen angetroffen, auf welcher die Skeletteile zu Individuum A (im Anthropologiebericht von Hu. F. Etter «Grab 3») lagen. Hier handelt es sich sicherlich um ein aus unbekannten Gründen ausgehobenes und entsprechend gestörtes Grab in sekundärer Lage. Auch diese Schicht muss von Menschenhand eingebracht worden sein, wahrscheinlich bald nach der Vernichtung der ehemaligen Bauten, die schon frühere Bearbeiter des Themas «St. Mamertus» als Ministerial- burg postuliert haben. Darunter befindet sich nämlich im Bereich des Schnittes ein nur wenige Zentimeter dickes Schichtchen, ein mit Brand- resten durchsetzter Gehhorizont (Schicht 5), der direkt an die Umfas- sungsmauer anschliesst. Im Bereich der Gräber 1 und 2 ist dieser Hori- zont wesentlich dicker und die Brandzeugnisse durch Asche und Holz- kohle eindeutig belegt. Dieser Horizont verläuft auch eindeutig über die Gräber hinweg, woraus hervorgeht, dass Gehniveau und Brandhorizont jünger als die beiden Gräber sein müssen. Die Gräber ihrerseits sind wieder in eine gelbliche lehmige Strate (Schicht 6) eingetieft, die durch das oben erwähnte Gehniveau überdeckt wird. In dieser Schicht befinden sich auch die letzten noch vorhandenen Reste der Umfassungsmauer. Von den Grabungen der ersten Jahrhunderthälfte wird gemeldet, dass die Gräber älter als die Umfassungsmauer seien, da Überschneidungen dies belegen würden. Leider gibt es davon keine bildlichen Darstellun- gen, so dass diese Beobachtung im Jahr 1985 nicht nachgeprüft werden konnte, da der dazu wichtige Anschluss zwischen Umfassungsmauer 233
        

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