equipe unter W. Batliner bestens nachweisen, dass hier noch vor kurzem eine Mauer gestanden hatte, dass diese ziemlich systematisch zerstört und zum Verschwinden gebracht und die neu darüber aufge- schüttete Erde mechanisch gepresst worden war. All dies allem Anschein nach, um eine einfache Nachforschung zu erschweren. In der Folge war es klar, dass eine Notgrabung das Ausmass der Zerstörung zu dokumentieren hatte und dabei der noch zu eruierende Mauerverlauf und eventuelle Schichtanschlüsse zur bestehenden Kuppe aufzunehmen waren. Auf einer Länge von rund 16 m ist dies gelungen; meistens war nur noch die unterste Fundamentlage der Steinmauer erhalten und die südwestliche Ecke ist gänzlich zerstört und hat als verloren zu gelten. Gerade diese Zone wurde zu Ende der 60er Jahre nur mit einzelnen Sondierschnitten angegraben, der Verlauf der Umfassungsmauer aber damit nicht geklärt (Abb. 1). Während der Grabung konnten wir an zusätzlichen Befunden keine spektakulären Erkenntnisse gewinnen, was ja bei einer Notbergung auch nicht unbedingt zu erhoffen ist. Dennoch fanden wir in der Böschung Reste von zwei Gräbern, die auch anthropologisch durch Hu. F. Etter (vgl. sein Beitrag in diesem Jahrbuch) untersucht werden konnten. Zudem fanden wir innerhalb der Mauer Skelettfragmente einer weiteren Person, allerdings sekundär umgelagert. Grab 1 wurde durch die die Grabung auslösende Neuböschung ange- schnitten. Schädel und Halswirbel fehlen dementsprechend; besonders schade ist dies wegen der Lage unmittelbar neben der Mauer, die wir nur noch in einem weit tieferen Niveau eruieren konnten. Was uns hier fehlt, ist der Anschluss zwischen Grab und Mauer und eventuelle Angaben über deren zeitliche Relation. Das Individuum, das Hu. F. Etter als eher weiblich bestimmen konnte, war in Rückenlage, streng geostet beerdigt, mit über dem Bauch gekreuzten Armen. Dieses Grab respektiert die genaue Ausrichtung der Kapelle, und wir können annehmen, dass sie miteinander in einer gewissen Beziehung standen, was auch ganz natürlich ist. Grab 2, ebenfalls eine Frau in Rückenlage und etwas weniger stark über den Schoss gewinkelten Unterarmen, ist nicht kapellenaxial gerichtet, sondern mehr nach Südost, ähnlich eini- gen wenigen eher an der Südperipherie gelegenen Gräbern, die schon M. Wanger festgestellt hatte (Abb. 1). Befunde, die auf weitere an der Westmauer gelegene Baukörper hindeuten, konnten wir keine ausmachen. Hingegen wurde klar, dass 228
        

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