zweiten Jahrhunderts. Dieses Datum ist allerdings nur durch ein einzi- ges Fundstück belegt (S. 190, 45), während die überwiegende Mehrheit der Terra Sigillata Scherben allgemein ins zweite Jahrhundert bzw. in dessen zweite Hälfte und in den Beginn des dritten Jahrhunderts weisen. Damit wäre eine Gleichzeitigkeit zu der zugegebenermassen auf etwas schwachen Beinen stehenden Datierung der Funde aus dem Bereich «Winkel» gegeben. Das Wandfragment einer Schüssel mit Rädchenverzierung muss ins 4. Jahrhundert datiert werden (S. 184, 24). Dieses Beispiel von Argon- nensigillata entspricht dem Scherben, der 1932 in der Nähe des oben erwähnten Grabes gefunden wurde. Dieses Stück bildet eine Aus- nahme im ansonsten recht einheitlichen Fundgut von Balzers-Fürsten- strasse, und es ist nicht vertretbar, auf Grund dieses Einzelstückes eine Nutzung der in Rede stehenden Gebäude bis ins 4. Jahrhundert anzu- nehmen. Der Scherben fand sich in den Qm. N 7 / E 10-11 in der braunen, die Mauerreste überdeckenden Schicht. Seine Einmaligkeit, seine Lage in der nordwestlichen Grabungsecke, und die oben disku- tierte Vermutung, dass die Mauerreste eine Zeit lang brach lagen - während der die braune Schicht abgelagert wurde - kann als Hinweis gewertet werden, dass das betreffende Fragment auch noch zu einem späteren Zeitpunkt in den Boden gelangt war. Wie sich die Situation zur Zeit zeigt, lässt sich für die römische Besiedlung des heutigen Balzers abschliessend vielleicht folgende These diskutieren: Für das 1. Jahrhundert sind bis heute aus den Tallagen keine Daten bekannt, lediglich der Gutenberg lieferte einige Hinweise für eine römische Anwesenheit in dieser Zeit. Im zweiten und dritten Jahrhundert gehen die Funde am Gutenberg zurück,23 um dann gegen Ende des dritten und im vierten Jahrhundert wieder in ziemlich grosser Zahl aufzutreten.24 Es scheint, dass die Zeitspanne, in der eine ausgesprochene Fundarmut am Gutenberg bemerkbar ist, in den Tallagen um Balzers sehr gut belegt ist und wir eine Verlagerung der Siedlungstätigkeit annehmen dürfen. Die hier aufgeworfene Ver- mutung steht mit anderen Daten aus der Zeit der römischen Besetzung des Alpenrheintals recht gut in Einklang. Zu Beginn der römischen Okkupation besass der Gutenberg als strategischer Punkt mit Sicher- heit grosse Bedeutung. Nach der Konsolidierung der römischen Macht in unserem Gebiet - gegen Ende des 1. / Beginn des 2. Jahrhunderts - traten handelstechnische und wirtschaftliche Aspekte in den Vorder- 219
        

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