FÜRSTENSTRASSE Bei Balzers «Fürstenstrasse» handelt es sich um eine Fundstelle, die in einem Teil des Ortes liegt, aus dem bisher keinerlei Spuren römischer Besiedlung bekannt waren. Die Reste von Balzers «Winkel» liegen ca. 500 Meter Luftlinie entfernt in nördlicher bis nordwestlicher Richtung; das erwähnte spätrömische Grab fand sich in einer Entfernung von ca. 250 Metern westlich davon. Den Fund eines «eindeutig, römischen Mauerklotz(es)» beim Aushub der neuen Realschule in Balzers,22 ca. 500 Meter westlich unserer Grabungsstelle gelegen, vermerkt Malin 1975; eine kurze Sondierung in der Umgebung desselben erbrachte jedoch keine weiteren Aufschlüsse. In dieser Auflistung römischer Fundpunkte im Ortsbereich von Balzers kann der an archäologischen Spuren so reiche Gutenberg nicht unerwähnt bleiben; er befindet sich etwa 600 Meter westlich des Fundortes Fürstenstrasse. Die relativ grossen Entfernungen von den anderen römischen Fundstellen in Balzers erschweren einerseits die Einbindung der vorgefundenen Reste in ein grösseres Ganzes, andererseits dürfen sie als Hinweis auf die bedeutend grössere Ausdehnung der römischen Siedlung im Bereich von Balzers gewertet werden, als dies bisher allgemein angenommen wurde. Die Datierung, die für Balzers Fürstenstrasse angenommen werden muss, unterstützt die Vermutung, dass es sich um eine zusam- menhängende Siedlung gehandelt hat. Der bereits angedeutete Fund- reichtum in ziemlich gesicherter stratigraphischer Lage erleichtert die Datierung der Fundstelle massgeblich. Die zehn aufgefundenen Münzen waren leider auf Grund der Umge- bungsbedingungen in einem so schlechten Zustand, dass eine ober- flächliche Untersuchung keine eindeutigen Rückschlüsse zulässt. Bei einem Stück könnte es sich um eine Prägung mit der Aufschrift Antonius Pius handeln, allerdings müssen für eine unzweifelhafte Verwendung der Münzen als Datierungsgrundlage (so auch für dieses Stück) die Ergebnisse der numismatischen Analyse abgewartet wer- den. Bessere Hinweise lieferte das keramische Material, vor allem die in relativ grosser Anzahl vorgefundenen Terra Sigillata Fragmente. Die Datierung der einzelnen Stücke ist, soweit sie möglich war, im Katalog angeführt; hier soll lediglich eine zusammenfassende Darstel- lung gegeben werden. Die Durchsicht des keramischen Materials ergibt als frühest möglichen zeitlichen Ansatz die erste Hälfte des 218
        

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