Interpretation des Grabungsabschnittes Fürstenstrasse Auch hier gelten die, bei der Besprechung der Grabungsabschnitte «Im Winkel» und «Areal Nipp» gemachten Einschränkungen, was die Zuordnung der architektonischen Reste zu einem grösseren Gebäude- komplex betrifft. Die ergrabene Fläche war viel zu klein, um das Aussehen und die Nutzung der angetroffenen Mauerreste eindeutig zu bestimmen; die bereits durchgeführten Veränderungen im Befund (durch die Bautätigkeit) verschlechterten die Situation. Dies ist umso bedauerlicher, da Balzers/Fürstenstrasse zu den Fundorten im Fürsten- tum Liechtenstein gehört, die - zumindest zahlenmässig - am meisten Einzelfunde - speziell Terra Sigillata-Scherben - zu Tage brachten.6 Wenn nun anschliessend doch eine kurze Deutung der Befunde ver- sucht wird, bin ich mir darüber im klaren, dass dies mit vielen Unsi- cherheiten verbunden ist, die lediglich durch zukünftige archäologische Untersuchungen in der Umgebung des Fundortes ausgeräumt werden können. Wenn wir den nur ca. 2 m langen Mauerteil in der Südostecke der Grabung als - zugegebenermassen - sehr spärlichen Überrest einer zur langen Westostmauer parallel verlaufenden Mauer deuten und - wie bei der Besprechung des Befundes besprochen - der südliche Teil der Nordsüdmauer ursprünglich mit ersterer verfugt war, erhalten wir einen mindestens 20 m langen und ca. 6 m breiten Raum. Der Abstand der beiden parallel verlaufenden Mauern und die Orientierung des kleinen Mauerstücks7 machen eine solche Deutung zumindest möglich. Es mag zum einen mit Unsicherheiten in der Orientierung des kleinen Mauerstücks, zum anderen mit dem schlechten Erhaltungszustand des südlichen Endes der Nordsüdmauer zusammenhängen, dass keinerlei Hinweise auf die Südwestecke des Raumes beobachtet werden konn- ten. Der Boden dieses Raumes könnte zumindest teilweise aus einer 172
        

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