Stadt München in jener Zeit andere Sorgen. Da Hild einsehen musste, dass kurzfristig nichts zu erreichen war, tauchte in einem Brief an Walter Kaufmann am 9. Februar 1947 erstmals der Gedanke an eine Überführung nach Vaduz auf:27 «Wenn der oder die Särge der Gruft noch erhalten sind, müssen die sterblichen Reste meines lieben Meisters nach Vaduz. Unser Friedhof ist keine würdige Ruhestätte mehr für ihn. - Der Meister soll in Frieden ruhen können, nicht in Schutt und Unrat jeglicher Art!» Eine Woche später schreibt er:28 «Von dieser Seite (der Stadt-Behörden) also ist so gut wie gar nichts zu erhoffen. Es bleibt nur die Hilfe der Militär-Regierung - aber es ist nicht so leicht die Stelle zu finden, die sich wirklich für unsere Angelegenheit interessiert. Beharrlichkeit soll ja zum Ziele führen. Die Überführung geht mir nicht aus dem Kopf. Unser Friedhof ist keine Ruhestatt mehr für den Meister.» VORBEREITUNGEN ZUR ÜBERFÜHRUNG Am 18. Februar 1947 gelangte Walter Kaufmann erneut an die Fürstli- che Regierung:29 «Herr Studienrat a. D. Georg Hild in München, der sich in hoch anzuerkennender Weise um die Rettung der durch Fliegerbomben zer- störten Grabstätte unseres Heimatkomponisten Joseph Rheinberger und dessen Gattin bemüht, hat beiliegendes Schreiben des Münchner Stadtra- tes erhalten . . . Es ist sicher an der Zeit, daß unser Land, vielleicht in Verbindung mit der Gemeine Vaduz, alles zur Rettung der sterblichen Überreste beiträgt. Herr Hild schlägt die Überführung der Särge nach Vaduz vor; er wird nichts unversucht lassen, um die Erlaubnis hierfür zu erhalten. Dieser Vorschlag ist sicher der einzig richtige, um unserm Landsmann und seiner Gattin wieder eine würdige Ruhestätte zu schaffen. Sie haben es wahrlich verdient, und Mühe und Kosten dürfen da keine Rolle spielen. Auch ich ersuche Sie dringend, sofort in dieser Angelegenheit an den 16
        

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