Ich werde nun - vorläufig auf eigene Faust - von Behörde zu Behörde laufen, damit das, was übrig blieb, geschützt oder in Sicherheit gebracht werden möge. Vielleicht sind die beiden Büsten auffindbar usw. Im übrigen bitte ich Sie, bzw. die Landes-Regierung um gütiges Eingreifen. Vielleicht kommen Sie selbst mit Vollmachten. Ich bin tief traurig, daß man seitens unserer Behörden oder der Künstlerschaft noch keinerlei Anstalten getroffen hat, die Ehrfurcht und Dankbarkeit fordernde Stätte aus ihrem chaotischen Zustand wenigstens einigermaßen auf ein würdi- ges Niveau zu bringen . . . Ich bitte Sie um gütige Benachrichtigung - was zu tun ist oder getan wird! Eile aber tut Not!» Mit Datum vom 10. Oktober 1946 wandte sich Walter Kaufmann an die Fürstliche Regierung in Vaduz. Er legte seinem Schreiben, in welchem er bat, «alles Ihnen notwendig Erscheinende zu veranlassen», eine Abschrift des Briefes von Studienrat Hild bei. Gleichzeitig nahm er die Gelegenheit wahr, auf ein weiteres Problem aufmerksam zu machen:-1 «Bis heute ungeklärt ist noch das Schicksal des ehemals in der Bayeri- schen Staatsbibliothek aufbewahrten handschriftlichen und musikali- schen Nachlasses Rheinbergers. Auf mein Ersuchen hin, den Nachlaß in Liechtenstein in Sicherheit zu bringen, wurde mir am 26. Mai 44 geant- wortet, daß die Handschriften und Musikalien gesichert seien und das Angebot dankend abgelehnt werden müsse. Es wäre wünschenswert, wenn auch darüber Nachforschungen geführt würden».24 Schon neun Tage nach diesem Brief wandte sich Georg Hild erneut an Walter Kaufmann. Da dieser noch nicht geantwortet hatte, zeigte sich Hild darüber besorgt, dass wegen der Unzuverlässigkeit der damaligen Postbeförderung der Brief25 nicht in die Hände des Adressanten gelangt sein könnte. Er drängt zur Eile: «Ich weiß wohl, daß sich das Hin u. Her auf eine lange Frist verteilt, anderseits weiß ich auch, daß Sie mir eine allzuvoreilige Nachfrage nicht übel nehmen werden. In Allem, was meinen geliebten Lehrer betrifft, spricht eben mein Herz mit, und das übereilt sich ja oft u. gern . . .».'6 Auch in München selbst bemühte sich Hild darum, dass wenigstens die Grabstätte gesichert werde. Seine Briefe an das Amt des Oberbürger- meisters wie auch an den bayerischen Ministerpräsidenten blieben erfolglos, hatte man doch in der vom Kriege schwer heimgesuchten 15
        

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