5.2.3 GRÜNAUSSTATTUNG 5.2.3.1 GRUNDSÄTZLICHE BEMERKUNGEN Mit der starken Bautätigkeit und den vermehrten Ansprüchen des motorisierten Verkehrs wuchs der Landbedarf. Dabei ist dieser Bedarf nicht nur auf immer breitere und neue Strassen (vgl. 5.2.4) zurückzu- führen, auch der ruhende Verkehr verschlang immer grössere Flächen. Diese Flächenbereitstellung geschah meist auf Kosten der Grünraum- ausstattung. Torartige Schmalstellen wurden durch Entfernen von Hochbauten und markanten Bäumen, in einigen Gemeinden mit dem Abreissen der steinernen Weingartenumfassungen, aufgeweitet. Auf platzartigen Ausweitungen mussten häufig die Dorfbrunnen weichen. Im gleichen Zuge sind die vielen Dorfbäche fast durchgehend im Siedlungsbereich verrohrt worden. Die kulturellen wie naturnahen Ausstattungselemente der Siedlungslandschaft wurden so durch die Zersiedelung und wachsende Mobilität stark beschnitten. Die noch verbliebenen Natur- und Kulturräume sind insgesamt stark gefährdet, da sie in den Ortsplanungen zum grossen Teil der Bauzone zugewiesen wurden. Der eher quantitativ ausgerichtete Zonenplan kann die Gestaltung der Siedlungsräume nicht gewährleisten. Er muss durch Instrumente, wie z. B. den Bebauungsplan, ergänzt werden, die einerseits den weiteren Natur- und Kulturraumverlust verhindern und andererseits einen Beitrag zur Verbesserung des Ortsbildes leisten. Eines dieser Instrumente kann der Grünordnungsplan sein. Er bezweckt im wesentlichen die Gestaltung des Orts- und Landschaftsbil- des, die Sicherstellung der Benutzbarkeit von Freiräumen und die Stärkung des Naturhaushaltes als Voraussetzung für eine angemessene Qualität der Umwelt in der Siedlung. Der Grünordnungsplan will auf Grundlage einer Bestandesaufnahme die intakten Räume darstellen und für ihre Werte ein Bewusstsein schaffen, die gestalterischen und ökologischen Defizite aufzeigen und Vorschläge für deren Behebung unterbreiten. Ein derartiges Leitbild konnte bisher für die Gemeinde Triesen ausgearbeitet werden (Grünordnungsplan Triesen vom Sep- tember 1985, Mario F. Broggi AG, Vaduz). Eines der markantesten Grünausstattungselemente im Siedlungsraum der liechtensteinischen Dörfer stellen die Obstgärten dar. Auf deren Bedeutung und Entwicklung soll deshalb stellvertretend für die weitere Naturausstattung vertieft eingetreten werden. 100
        

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