Staat den Bauwilligen ein zinsloses Darlehen (25 Prozent der Bau- kosten). Die Förderung des Baues von Eigenheimen galt und gilt als eine der vornehmsten sozialen Aufgaben des Staates, allerdings mit dem Nachteil, dass die Zersiedelung starke Impulse erhielt (vgl. Tab. 6). Die Gemeinden tragen mit der Abgabe von Bauplätzen zu günstigen Bedingungen das ihre bei. Jeder, der von der Gemeinde einen Bau- platz erhält, ist verpflichtet, das Haus selbst zu bewohnen. Bei einem Verkauf geniesst die Gemeinde ein Vorkaufsrecht. Zunehmend geben die Gemeinden heute anstelle des Bodenverkaufs Böden im Baurecht ab. Die seit ca. 1960 errichteten Eigenheime zeigen keinen einheitli- chen Baustil mehr. In den neu überbauten Ortsteilen sind auf engem Raum die verschiedensten Bautypen in Anlehnung an internationale Formen gegeben (vgl. Abb. 33). «Das Auseinanderrücken im Dorf kommt nicht nur in der starken Zersiedelung zum Ausdruck, sondern auch in den zahlreichen Lebhägen, die den Blick in des Nachbars Garten behindern sollen», meint VOGT (1982). Der Ausbreitung des Siedlungsteppichs konnte nicht Einhalt geboten werden. Die Landschaft musste durch die Bautätigkeit nicht nur einen direkten, quantitativen Schwund an Grundflächen über sich ergehen lassen, wie unter Kap. 5.3.2 dargelegt, sondern auch einen qualitativen Verlust durch Zerstörung der Siedlungsstruktur. Damit gehen in eigentlichem Sinn die angestammte Dorfform und die Dorfsprache verloren14. Tab. 6: Die grossen Nachteile der Zersiedelung Zerstörung bzw. Einengung des Entwicklungsspielraums künftiger Generationen. Von einer Generation werden durch die Zersiedelung praktisch nicht mehr zurückzu- drehende Entscheide getroffen. Unverhältnismässig hohe Kosten für die Erschliessung, den Unterhalt und den Betrieb der Versorgungs- und Entsorgungsanlagen (z.B. Wasser, Abwasser, Ener- gie) bei hohem Landverschleiss hierfür. Verlust von Grund und Boden für die gesamte Volkswirtschaft. Behinderung der landwirtschaftlichen Bewirtschaftung. UnWirtschaftlichkeit von öffentlichen Verkehrsmitteln: dadurch überdimensionierte Bedeutung des Individualverkehrs (hoher Flächenanteil an Verkehrsfläche pro Wohneinheit). Zu weiträumige Baulanderwartung öffnet der Spekulation Tür und Tor. Beeinträchtigung des Landschaftsbildes. 90
        

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