hellen Geschehens und als Einzeleingriff kurzfristig wahrgenommen, um danach der Gewöhnung an das neue Bild Platz zu machen. Die Summation der Eingriffe wird allenfalls und andeutungsweise bei der Betrachtung älterer Photos bemerkt. Im Grunde ist auch jedes Karten- werk aufgrund der fortschreitenden Veränderungen während der be- nötigten Bearbeitungsdauer bereits beim Erscheinen wieder veraltet. Zudem können den Landkarten die qualitativen Veränderungen der Landschaft nicht entnommen werden (beispielsweise das neue Andün- gen einer Magerwiese, obwohl vielleicht durch lediglich eine einzige Düngung rund 60 Pflanzenarten unwiederbringlich verschwinden). Es ist das Verdienst von EWALD (1978), diesen Landschaftswandel für die Schweiz in grösseren Gebietseinheiten beschrieben und damit insgesamt zur Sensibilisierung für diese Problematik beigetragen zu haben. Er stellt in einem Massnahmenkatalog die zivilisatorisch-techni- schen Kräfte dar, die auf die Gestalt und den Inhalt der Landschaft einwirken, sie verändern (vgl. Tab. 5). Viele dieser Massnahmen sind durch Sachzwänge miteinander verknüpft. Von derartigen Massnah- men gehen unmittelbare wie mittelbare Wirkungen auf die Landschaft aus, wie noch an konkreten Beispielen dargelegt wird. Das durch den beruflichen Alltag des Ökologen geschärfte Empfinden und Registrie- ren soll hier durch die Darstellung des Landschaftswandels im rund 5000 ha grossen Rheintalraum an Beispielen untersucht und belegt werden. Die Darstellung soll vor allem an den wesentlichsten land- schaftlichen Grossphänomenen, dem Freiraum und dem Siedlungs- raum, erfolgen und jeweils exemplarisch illustriert werden. Diese Veränderungen - und weniger die Ursachen und die komplexen Zusammenhänge - stehen vorerst im Vordergrund der Betrachtung. Aus dem komplexen Massnahmenbündel, welches sich auf die Land- schaft auswirkt (vgl. Tab. 5) wird im folgenden eine Konzentration auf den Siedlungsbau und das Wirken der Landwirtschaft vorgenommen. 86
        

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