Ruggell. Ab 1962 folgten kontinuierlich alle Gemeinden ausser Trie- senberg, welche bis heute keinen rechtsgültigen Zonenplan besitzt. Die jeweiligen Bauzonenausweisungen waren um ein Vielfaches zu gross ausgelegt. Insbesondere wurden grosse Gebiete als Bauerwartungsland ausgewiesen, so etwa in der Gemeinde Eschen, wo alle Hangflächen bis an den Waldrand des Eschnerberges eingezont wurden. Damit wurde der späteren spekulatorischen Betrachtung des Bodens Tür und Tor geöffnet. 4.2.2 LANDESPLANUNG 1969 Die zunehmende Zersiedlung der Landschaft veranlasste die Regie- rung im Jahre 1964, ein landesplanerisches Gutachten beim Institut für Orts-, Regional- und Landesplanung der ETH Zürich in Auftrag zu geben. Vorerst wurde eine Berglandplanung bearbeitet, der später eine Talplanung folgte und im Sinne einer koordinierten Landesplanung 1968 ihren Arbeitsabschluss fand (INSTITUT FÜR ORTS-, REGIO- NAL- UND LANDESPLANUNG, 1968). Die Gesamtplanung ent- sprach inhaltlich einer Regionalplanung mit den Teilbereichen Sied- lungsplan, Landschaftsplan, Verkehrsplan, Plan öffentlicher Bauten und Anlagen sowie Versorgungsplan. Mit kleinen Vorbehalten wurde dieser Landesplan im Frühling 1969 von der Fürstlichen Regierung als Richtplanung genehmigt. Damit wurden raumordnerische Grundsätze und Massnahmen festgelegt, die eine optimale Entwicklung und Gestaltung des Landes ermöglichen sollten. 1968 wurde die Landespla- nung mit der Einrichtung einer Stabsstelle mit Dipl.Arch. Walter WALCH als Beauftragtem für Landesplanung institutionalisiert. Die Zielsetzung der Arbeiten war durch die Inhalte der Landesplanung vorgegeben, nämlich Eindämmung der Streubauweise, Reduktion der Bauzonen, Erlass eines Gesetzes über die Erschliessung, Normalisie- rung des Bodenmarktes und Neuordnung der Subventionspolitik (vgl. WALCH, 1986). Zwecks Propagierung bodensparender Bauweise fand aus Anlass des 250jährigen Jubiläums des Fürstentums Liechtenstein ein Projektwett- bewerb über «zeitgemässe Wohntypen 1969» mit einer Ausstellung über verdichtetes Bauen statt (JARAY 1969, WALCH 1969). Von den Projekten wurden erste Etappen am Triesenberg und in Balzers ver- wirklicht, der ausgesprochenen Individualität des Liechtensteiners ent- sprachen aber diese Zweckbauten offensichtlich nicht. Ebenso muss 80
        

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