überdies, im Auftrage der Regierung, Liechtenstein als Nationale Agentur bei der Naturschutz-Informationszentrale des Europarates. 4.1.3 DER STAATLICHE NATURSCHUTZ Gemäss Naturschutzgesetz aus dem Jahre 1933 fällt die Naturschutz- kompetenz dem Staat zu. Die Zuteilung der Naturschutzzuständigkeit zu einem bestimmten Regierungsressort (Ministerium) erfolgt mit jeder Wahl neu. In den letzten drei Mandatsperioden war der Natur- schutz dem Ressort Land- und Forstwirtschaft zugeteilt. Die Regierung wird von der staatlichen Naturschutzkommission beraten. Administra- tiv ist der Naturschutz dem Landesforstamt unterstellt. Dieses Amt ist für eine Vorprüfung aller landschaftsrelevanten Eingriffe bezüglich ihrer Umweltverträglichkeit verantwortlich. Diese Abklärung ist gemäss Art. 3 des Gesetzes vom 7. Juli 1977 über die Abänderung des Naturschutzgesetzes (LGB1. Nr. 56/1977) zwingend vorgeschrieben. In der gleichen Novelle wurde im übrigen erstmals der Begriff des Natur- schutzgebietes umschrieben. Derzeit (Stand 31. Juli 1986) sind neun Naturschutzgebiete mit rund 157 ha (= 0,98 Prozent der Landesfläche oder 3 Prozent des Talrau- mes) ausgewiesen (und zwar ausschliesslich Feuchtgebiete), wobei die Land- und Forstwirtschaft in diesen Gebieten nur so weit betrieben werden darf, als der Schutzzweck nicht in Frage gestellt wird. Für weitere Gebiete in Landes- wie Gemeindebesitz bestehen einschlägige Gemeinde- bzw. Regierungsbeschlüsse, so etwa für die Rheindamm- Wasserseite, eine ca. 30 ha grosse Fläche mit grosser Bedeutung als sekundärer Halbtrockenrasen (vgl. Kap. 2.6.2.2). Es ist offensichtlich, dass die öffentliche Hand sich selbst nur ungern mit einer Unterschutz- stellung eine Entscheidungseinschränkung auferlegt. Nur auf diesem Hintergrund lassen sich einige verzögerte Unterschutzstellungen ver- stehen, so etwa bei dem in staatlichem Besitz sich befindlichen Burghü- gel «Gutenberg», der mit einer einmaligen xerothermen Flora ausge- stattet ist, wo aber auch Erschliessungsabsichten für die in Renovation begriffene Burg «Gutenberg» anstehen. Das gleiche gilt für die Trok- kenrasen am Rheindamm, wo sich allfällige Kollisionen mit den geplanten Rheinkraftwerken ergeben könnten. 1977 wurde ein Inventar der geschützten und schützenswerten Natur- gebiete (BROGGI & WOLFINGER AG, 1977) erstellt. Es weist insgesamt 41 schützenswerte Objekte mit ca. 280 ha Fläche aus, was 77
        

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