wälder (Dorycnio-Pinetum) an. SEITTER (1973) meint, dass es heute keine Stelle in der Talsohle des Rheins mehr gäbe, die einen derart reichen Bestand von seltenen Heidepflanzen aufweise, wie das für das «Neugrütt» bei Balzers zutrifft. Hierzu gehören u. a. Kammorchis (Anacamptis pyramidalis), Kreuz-Enzian (Gentiana cruciata), Blut- Storchschnabel (Geranium sanguineum). Einjähriger Bergfenchel (Seseli annuum), Massenbestände der 
Hirschwurz (Peucedanum cerva- ria), breitblättriges 
Laserkraut (Laserpitium latifolium) und Kleine Wiesenraute (Thalictrum minus). 2.6.2.2 TROCKENE MAGERWIESEN Ebenfalls im Raum Balzers haben sich letzte Relikte trockener Mager- wiesen erhalten, nämlich in Form typischer 
Halbtrockenrasen (Meso- Brometen) am Hangfuss von «Senne-Zepfel-Lange Wiesen» (vgl. Abb. 23), die jährlich einmal gemäht und nicht oder nur sehr wenig gedüngt werden. Sie zeichnen sich durch einen grossen Artenreichtum aus. Dominierend ist die aufrechte 
Trespe (Bromus erectus), daneben finden wir einige Orchideenarten, wie die 
Kugelorchis (Orchis glo- bosa). Angebranntes 
Knabenkraut (Orchis ustulata), dann der Früh- lings-Enzian (Gentiana verna), zahlreiche Schmetterlingsblütler und viele magerheitszeigende Arten (Artenliste bei KAUFMANN, 1983). Auf der Balzner Allmeind finden sich Reste trockener Magerweiden (vgl. Abb. 24) in den oberen Lagen, wenig gedüngter Magerweiden sowie Fettwiesen mit trockenheitsanzeigenden Arten in der unteren Hälfte der Allmeind. Sie alle liegen auf flachgründigen, trockenen Schuttböden der Balzner Rüfe, die teilweise mit einem lichten und früher wohl geschneitelten Buchenbestand bestockt sind. In diesen artenreichen Beständen finden sich neben den typischen Halbtrocken- rasen viele Alpenpflanzen in hier tiefen Lagen (WALDBURGER, 1984a). Der Beschluss des Balzner Gemeinderates vom 21.1. 1982, die obersten Lagen der Allmeind nicht zu düngen, ist im Interesse der hier vorherrschenden Artenvielfalt zu begrüssen. Trockenwiesenpflanzen gedeihen auch auf dem flachgründigen Boden der Kuppe des 70 m hohen Hügels «Gutenberg» inmitten von Balzers. Hier sind rund 280 Pflanzenarten nachgewiesen, darunter seltene Relikte der Föhrenwaldsteppe und weitere xerotherme Arten, die pflanzengeographisch als Ausläufer des Churer Beckens zu werten sind, wie das 
Bartgras (Andropogon ischaemum). Kleiner Schnecken- 60
        

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