Mittelgerinne und durch Binnendämme abgeschlossene Vorländer ver- einbart. Das Korrektionswerk verlief aus Geldmangel allerdings wei- terhin schleppend, wobei erst nach Übernahme angemessener Beiträge durch Kanton und Bund auf der Schweizer Seite, bzw. mit der Vergabe zinsloser Darlehen durch den Landesfürsten und Einstellung eines Landestechnikers intensivere Baumassnahmen einsetzten. Unter dem Eindruck der katastrophalen Hochwasser von 1868 verliess die Schweizer Rheinkorrektion 1872 gegenüber dem liechtensteini- schen Hoheitsgebiet das Doppelwuhrsystem und erhöhte einseitig die Wuhre des Mittelgerinnes zu eigentlichen Hochwasserdämmen. Aus dem Bericht des Landestechnikers RHEINBERGER (1884) ist her- auszulesen, dass Liechtenstein offensichtlich vorerst finanziell nicht mithalten konnte und sich anfänglich auf die kostengünstigere Erhö- hung der Binnendämme beschränkte. Erst nach 1878 stellte auch Liechtenstein Zug um Zug auf das Hochwuhrsystem, unter Belassung der Binnendämme, um (vgl. Abb. 9, Binnendämme als alte Zeichen der früheren Bemühungen zur Rheineindämmung). Die liechtensteinischen Binnengewässer wurden danach an drei Stellen durch die Hochwuhrlücken entlassen, nämlich im «Heilos» bei Triesen, oberhalb Vaduz sowie unterhalb von Gamprin (in diesen drei Räumen erhielten sich die Sumpfgebiete bis zur Zeit des Binnenkanalbaues bzw. spätestens bis zum 2. Weltkrieg, vgl. Abb. 10, Vaduzer «Neugut» um 1940). Trotz der Rheindurchstiche bei Fussach und Diepoldsau, mit denen eine Rheinverkürzung um 8 km und damit eine Gefällszunahme erreicht wurde, womit der weiteren Auflandung entgegengewirkt wer- den sollte, schritt die Verschönerung des Rheinbettes weiter voran. In regelmässigem Abstand mussten Wuhrerhöhungen vorgenommen wer- den, wobei der Hochwasserspiegel gegenüber dem Umland immer mehr anwuchs. Die letzte katastrophale Rheinüberschwemmung im Jahre 1927 überflutete nach dem Dammbruch bei Schaan das Liechten- steiner Unterland und Teile des angrenzenden Vorarlbergs (vgl. Abb. 11, Hochwassermarke Maurer Riet). Bei Bendern ergab sich zwischen Hochwuhr und Felsende des Eschnerberges eine Engstelle mit Düsenwirkung, mit der Konsequenz einer verstärkten Kolkbil- dung. Sie führte im Bereich der ehemaligen Mühle am dortigen Kanal zur Entstehung des Gampriner Seeleins (vgl. Abb. 12). Dieses Gewäs- ser von rund einem Hektar Oberfläche wurde zur grössten natürlich entstandenen stehenden Wasserfläche des Landes (s. Abb. 13). 41
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.