Erinnerungen an die Kriegsjahre, 1914-1918, in Bendern ARTHUR HAGER Mein Vater wurde kurz nach Kriegsbeginn im Jahre 1914 von der Finanzwachabteilung in Balzers zur Finanzwachabteilung in Bendern versetzt. Im dortigen Zollhaus wurde für ihn und seine Familie eine Dienstwohnung zugewiesen. Diese Wohnung war früher für die ledigen Finanzwachangehörigen, im Volksmund sagte man «Finanzer» bestimmt, die nach Kriegsbeginn zum Militär einrücken mussten. Wenn Liechtenstein als neutraler Staat am ersten Weltkrieg auch nicht teilnahm, so wirkte sich die Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage in Österreich für das dem österreichischen Zollgebiet angeschlossene Land beinahe gleich stark aus. In den ersten Kriegsmonaten konnten noch verschiedene Waren, ins- besondere Lebensmittel, aus der Schweiz eingeführt werden. Ich erin- nere mich, dass wir von Bendern aus in der Bäckerei Rothenberger in Haag oftmals Brot eingekauft haben. Mit zunehmender Kriegsdauer hat die Schweiz die Ausfuhr immer mehr eingeschränkt.' Nun, die Situation in Bendern! Das zur Gemeinde Gamprin gehörende Bendern war - wie die ganze Gemeinde - rein bäuerlich. Es wohnten nur wenige Nichtlandwirte dort, das waren: Der Pfarrer Bürkli, der Lehrer Büchel, der Zolleinnehmer Frischmann (später Scheyer), der Finanzwach-Respizient Kasbauer, die Finanzwach-Ob. Aufseher Hager und Ladurner. Der damalige Gemeindevorsteher von Gamprin, Felix Gubelmann,2 war sehr fürsorglich und gab entsprechende Anordnungen, damit in seiner Gemeinde diese Notzeit so gut wie möglich überbrückt werden konnte. Der Vorsteher veranlasste, dass den erwähnten Nichtlandwir- ten fallweise Butter in der Sennerei ausgefolgt wurde; mit einer Bescheinigung von ihm konnte in der Kanal-Mühle Mehl abgeholt werden. Mit einem «Wägele» habe ich damals öfters Mehl in die 377
        

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