berg, auch andere umbligenden orthen und gerichten, aldort sich befindende judenschaft» beschwert werde." Solche jüdische Ansiedlungen lassen sich für den Eschnerberg belegen, besonders für Eschen und Mauren. Diese Gemeinden klagten 1649 und 1650 das Hintersässgeld von den Juden ein, da sie «sich alldort etlich Jahr lang ufgehalten.»12 1646 ist in einem Hohenemser Protokoll zu lesen, dass der Graf «den allhier zu Embs und am Eschnerberg befindenden und wohnenden Hebreern und Judenschaft 8 stück ross, jung und alt, aus dero Marstall per 220 fl. kauflichen hingegeben und überlassen.»13 Die Juden betätigten sich vorwiegend im Geldgeschäft sowie im Handel mit Pferden, Vieh, Häuten und Altwaren. In einem Hohenemser Prozess tritt am 13. März 1651 ein Jude namens Moises als Zeuge auf, «vordeme wohnhaft am Eschnerberg in der herrschaft Schellenberg, dermal aber an kainem gewüssen ort sesshaft.»14 Dieser Moises, von dem wir erfahren, dass er während des jüdischen Neu- jahrsfestes «Rosch-ha-schanah» 1649 in der Synagoge in Innsbruck weilte, ist möglicherweise identisch mit jenem «Moises Jud», der am 5. August 1649 im Streit um das Hintersässgeld am Eschnerberg erwähnt wird.15 Es hat den Anschein, dass die jüdischen Ansiedlungen in Liechtenstein nach 1651 aufgelassen worden sind. Im gleichen Jahr hatten die Vorarlberger Landstände den Judenhandel gänzlich ver- boten."1 Während sich für Liechtenstein vorerst nur mehr für das Jahr 1727 «ein getaufter Judt, so sich zu Vadutz aufhalte»17, nachweisen lässt, blieb der Handel mit den Juden in Hohenems stets aufrecht.18 Immer wieder kamen Juden als Händler und Geldverleiher nach Liechtenstein. Ein Beispiel ist Simon Moos, über dessen Güter Vaduz 1713 einen Arrest verhängte, weil die armen Untertanen «von ihme, juden, ... schon öfters bey der nasen herumbgezogen und hin und wieder ins feit gesprenget worden, und anstatt ihrer auch sehr hart bedürftigen bezah- lung ihnen eine erdichtete salva venia lüge vorgeschützet.. ,»19 Neben den Hohenemser Juden waren auch solche aus Sulz häufig in Liechten- stein in Geschäften unterwegs, wie eine Reihe von am Landgericht Rankweil geführte Prozesse zeigen.20 Die in Hohenems ansässigen Juden waren erstmals 1660 und dann 1676 zu einem Exodus gezwungen.21 1663 erhielten die Hohenemser Schutz- juden Josle Levi und Mayer Moos die Bewilligung, sich für zwei Jahre in Sulz anzusiedeln.22 Nach 1676 liessen sich etwa 60—70 Juden in Sulz 332
        

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