8. Kurzfassung Auf das schmale Talband zwischen Alpenrhein und Hangfuss entfallen in Liechtenstein nur knapp 5000 ha und damit rund 30 Prozent der Landesfläche. Die regelmässigen Überschwemmungen durch den Rhein, die tektonisch bedingten starken Verwitterungen mit den häufi- gen Vermurungen und zahlreiche Feuersbrünste in den Ortschaften an Föhntagen, liessen im alpinen Durchgangstal früher keine wirtschaftli- che Prosperität zu. Dies ist auch deutlich an der noch vorhandenen älteren Bausubstanz ablesbar. Erst die ab Mitte des 19. Jahrhunderts erfolgreicheren Bemühungen der Rheineindämmung und die anschliessende Entwässerung der Rheintalebene mit dem Bau des Binnenkanals bis zum 2. Weltkrieg erlaubten allmählich eine intensi- vere landwirtschafliche Nutzung. Noch um die vergangene Jahrhundertwende bedeckten rund 1600-1800 ha Streuewiesen den Talboden, was damals rund 40 Pro- zent des Talraumes ausmachte. Heute sind davon noch rund 8 Prozent verblieben. Der Wandel von der vorwiegend agrarisch tätigen Bevölke- rung zur nachindustriellen Gesellschaft fand in Liechtenstein sprungar- tig in nur einer Menschengeneration statt. Waren im 2. Weltkrieg noch über 30 Prozent in der Land- und Forstwirtschaft tätig, so sind es derzeit noch knapp 3 Prozent. Diese beiden landschaftsrelevanten Ereignisse, die relativ späte Kulti- vierung des Talbodens und der wirtschaftliche Aufschwung, haben sich auf Natur und Landschaft des Alpenrheintals nachhaltig ausgewirkt. Eine starke bauliche Zersiedlung mit Baugebieten von über 2000 ha Fläche, welche mehr als 100 000 Einwohnern ohne Verdichtung Platz bieten (derzeit knapp 27 000 Einwohner), verbunden mit starkem spekulatorischem Druck auf den Boden, bilden die eine starke Kompo- nente der Landschaftsbelastung. Eine rationalisierte Landwirtschaft 288
        

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