Landwirtschaft, neben der Bodenzusammenlegung im Landwirtschafts- gebiet, die beste und wichtigste Massnahme geworden ist, um einen gesunden und leistungsfähigen Bauernstand zu erhalten und die Verbes- serung der Selbstversorgung sicher zu stellen» (GASSNER, 1985, S. 67). Dies ist die eine Seite der Medaille. 6.3.1.2 KRITISCHE BETRACHTUNGEN ZUM LANDWIRT- SCHAFTLICHEN AUSSIEDLUNGSWESEN AUS DER SICHT DER RAUMPLANUNG UND DES NATUR- UND LAND- SCHAFTSSCHUTZES Die moderne Entwicklung in der Landwirtschaft hat den Bauern wichtige Vorteile gebracht. Die Erträge sind gestiegen, die Arbeit konnte erleichtert werden und der Bedarf an Arbeitskräften ist gesun- ken. Aber aus der Sicht des Natur- und Umweltschutzes ist diese Entwicklung in ihren Konsequenzen bedenklich. Schuld an dieser Entwicklung ist nicht der Bauer schlechthin, sondern die landwirt- schaftspolitischen Zielsetzungen innerhalb unserer leistungs- und pro- fitorientierten Gesellschaft. Derartige Zielsetzungen dürften nicht unbedenklich auf die Materie «Boden» übertragen werden. Ganz in Konsequenz der eingeschlagenen Marschrichtung haben die bäuerli- chen Betriebe immer mehr die Formen von industriellen Betrieben angenommen (vgl. Abb. 124). Diese Entwicklung soll anhand des liechtensteinischen Aussiedlungswesens einer näheren Betrachtung unterzogen werden. AUSSIEDLUNGSEUPHORIE ALS ZEUGE DES «ZEIT- GEISTES»? Die Förderung der landwirtschaftlichen Aussiedlungen basiert auf der Langzeitwirkung von weltanschaulichen Zielsetzungen mit der notwen- digen Urbarisierung der Landschaft. In Form einer «Innenkolonisa- tion» wurden in den Krisenjahren sowie in der Zeit des 1. und 2. Weltkrieges «Anbauschlachten» (vgl. Plan Wahlen) mit der Auswei- tung der landwirtschaftlichen Grundfläche «geschlagen». Die aus damaliger Sicht berechtigten Zielsetzungen wurden und werden noch heute als Leitlinie befolgt, obwohl weder eine kriegswirtschaftliche noch bevölkerungspolitische Notwendigkeit dafür vorliegt. Ebenso hat das euphorische Wachstum der 1960er Jahre als Zeitgeist auf das landwirtschaftliche Siedlungswesen eingewirkt. Es wurde 253
        

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