Wir finden kaum ein Gebiet im Liechtensteiner Talraum, und hier insbesondere die landwirtschaftlich weniger intensiv genutzten und daher auch bezüglich Naturwerten reicheren Lagen, das nicht für Freizeitanliegen genutzt wird (vgl. Übersicht Abb. 117, Freizeitanla- gen im liechtensteinischen Alpenrheintal). Die Endlichkeit der Res- source Boden und die anstehenden Nutzungskonflikte zeigen sich insbesondere bei den lärmemitierenden Sportarten (z. B. Motocross, Schiessstand, Modellfliegerei). Bezüglich dieser Sportarten erweist es sich heute als ausgesprochen schwierig, im Lande überhaupt noch einen geeigneten Platz zu finden. Sport ist auch das «Liebkind» der Gemeinden, was vor allem bei mitgliederstarken Dorfvereinen mit entsprechendem politischem Gewicht verständlich ist. Es ist wohl nicht abwegig festzustellen, dass generell eine gewisse Überbewertung des Sportes in unserer Gesell- schaft stattfindet, dies u. a. zu Lasten der «stillen» Erholungsmöglich- keiten in Natur und Landschaft und des Biotopschutzes. 5.3.10.3 EIN DICHTES FLURWEGNETZ Liechtensteins Landwirtschaftsgebiete im Talraum weisen ein sehr dichtes Wegnetz auf. Mit Stand Frühjahr 1982 wurden auf 2751,5 ha Freiraum (ohne Eschnerberg) 225 780 Im Flurverbindungen kartiert, und zwar 39 190 Im geteerte Feldstrassen45, 94 660 Im Feldstrassen und 91 9301m Flurwege, was rund 82,1 Laufmetern pro Hektar entspricht. Die landwirtschaftliche «Verstrassung» trägt so zum schleichenden Verlust der erlebnisreichen Landschaft bei, zumal immer mehr Flur- wege mit einem befestigten Belag versehen werden. Die Notwendigkeit eines Hartbelages wird u. a. mit dem erleichterten Unterhalt begründet. Vor allem schwere Bewirtschaftungsmaschinen beschädigen die Flurwege, sie verdichten allerdings auch die Boden- krume. Dadurch werden die für die Humusbildung verantwortlichen Bodenorganismen empfindlich gestört (vgl. Abb. 118 u. 119). Gegen Hartbeläge sprechen einige offenbar zu wenig beachtete Argu- mente: - Die Künstlichkeit in der Landschaft wird erhöht. Naturflurwege, oft mit einem grünen Vegetationsband in der Mitte, fügen sich optisch besser in die Kulturlandschaft ein. Das Landschaftsbild wird somit weniger beeinträchtigt. 237
        

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