5.3.9 FLURGEHÖLZE IM LIECHTENSTEINER RHEINTAL 5.3.9.1 LEBENDE ZÄUNE PRÄGTEN EINST DIE TALEBENE Aus den wenigen alten Planwerken und Stichen aus dem liechtensteini- schen Rheintal lässt sich erahnen, dass Baum und Strauch den Frei- raum der Kulturlandschaft des 18./19. Jhs. prägten. Die Hecken über- nahmen dabei offensichtlich betriebs- und versorgungstechnische Auf- gaben. Sie dienten als lebende Zäune zur Abgrenzung des Eigentums, lieferten Holz für Gewerbe und zu Heizzwecken und boten die Mög- lichkeit zur Gewinnung von Früchten. Insbesondere fällt die gewählte Trennung durch Hecken zwischen den Privatparzellen und den All- meinden - dem gemeinschaftlich genutzten Weideland - auf. Auch nach Überführung verschiedener dieser Allmeinden in Privatbesitz im Verlaufe des 19. Jhs. (vgl. BUECHEL, 1953), haben die Hecken diese Funktion lange behalten, indem sie vor allem das auf den Parzellen weidende Vieh einschlössen. Auch der Mensch dürfte sich inmitten seines «umhegten» Bezirkes «behaglich» gefühlt haben. All diese früheren Erkenntnisse dürften in der zweiten Hälfte des 19. Jhs. zunehmend vergessen worden sein41. Im Zuge des sich verlie- renden «Baumbewusstseins» wurden auch viele der einst markanten Dorf- und Gerichtslinden und Eichen in dieser Zeit gefällt. Die grossen Riedgebiete wurden zunehmend ausgeräumt. Im stark bewindeten Rheintal stellten sich in der Folge merkbare Verschlechterungen des Lokalklimas durch die rauhen Winde ein. 5.3.9.2 ERSTE BEMÜHUNGEN UM WIEDERBEGRÜNUNG DER TALEBENE ZU BEGINN DES 20. JAHRHUNDERTS In der Generalversammlung des landwirtschaftlichen Vereins vom 28. April 1901 von Vaduz fiel darum die 
Anregung «in dem grossen Rietgebiete zwischen Schaan und Unterland längs den zahlreichen Grä- ben und Wegen Anpflanzungen mit passenden Holzarten zu machen» (Mitt. des Iiecht. landw. Vereins, Nr.4, 11. Jg., April 1901, S.29). Später wurde das ganze Binnengebiet von Balzers bis Bendern in Betracht gezogen. In der Generalversammlung vom 13. April 1902 wurde vom Vereinsvorstand Dr. Rudolf Schädler auszugsweise folgen- der Bericht42 
gegeben: «... Das grosse Binnengebiet, welches sich in unserem Ländchen längs des Rheins von Balzers bis ins Unterland erstreckt, weist einen verhältnismässig recht spärlichen Wuchs an Holz- 214
        

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