- Seit etwa 1965 zählt Liechtenstein zu den wohlhabendsten Ländern der Welt. Der Sprung von der bäuerlichen zur nachindustriellen Gesellschaft geschah somit innert nur einer Menschengeneration. Ergänzend zu diesem wirtschaftlichen Aufschwungphänomen sind die Besonderheiten des Kleinstaates zu sehen. Mit einer Landesfläche von nur 160 knr, wovon nur rund ein Viertel landwirtschaftliche Gunstla- gen ausmacht, prallen bei knappem Raum die öffentlichen Interessen des quantitativen wie qualitativen Bodenschutzes auf die vielen weite- ren konkurrierenden Nutzungsansprüche. Die ordnenden Versuche der Raumplanung wie auch die Bestrebungen für einen wirkungsvollen Natur- und Landschaftsschutz sind hier zutiefst und unmittelbar in die politischen und sozio-ökonomischen Strukturen des Landes einge- bunden. Liechtenstein ist ein Staatswesen, das in den letzten drei Jahrzehnten mehr eingenommen hat als es ausgibt. So angenehm der Wohlstand sein mag, er wirkt sich häufig negativ auf die Landschaft aus. Mit höheren Einnahmen sind in Form einer gewissen Eigendynamik auch mehr Ausgaben verbunden, die sich landschaftsrelevant niederschla- gen. In der Prosperität Liechtensteins liegt somit die Wurzel der Beweggründe der starken Einwirkungen auf das Natur- und Land- schaftsbild. 1.2 ZIELSETZUNG UND METHODISCHE HINWEISE In der vorliegenden Arbeit wird der Versuch unternommen, auf den naturräumlichen und sozio-ökonomischen Rahmenbedingungen auf- bauend, den Landschaftswandel im Rheintalraum des Fürstentums Liechtenstein aufgrund verschiedener Untersuchungen aus raumplane- rischer und ökologischer Sicht nachzuzeichnen. Insbesondere sollen die bisherigen Steuerungsmechanismen innerhalb der Siedlungslandschaft und des Freiraumes einer näheren Betrach- tung unterzogen werden. Daraus sollen aus raumplanerischer wie ökologischer Sicht einige Schlussfolgerungen gezogen werden. 24
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.