1. Einleitung 1.1 DIE RAHMENBEDINGUNGEN Liechtenstein ist mit einer Landesfläche von 160 km: ein sehr über- sichtliches Staatsgebilde. Die zivilisatorischen Einflüsse sind vor allem im knapp 50 knv grossen Rheintalraum besonders markant. Auf diesen Raum konzentrieren sich die nachfolgenden Ausführungen. Der Land- schaftswandel in diesem Landesausschnitt ist in Liechtenstein hinsicht- lich der Verluste an Naturwerten ähnlich wie in den umgebenden Ländern verlaufen. Auch hier findet eine zunehmende Nutzungsent- flechtung mit klaren Nutzungszuordnungen zulasten der einst vernetz- ten Übergangsbereiche statt. Das zunehmende Einheitsgrün der land- wirtschaftlichen Nutzflächen verdrängt auch hier die einstige Vielfalt mit den einschlägigen Tier- und Pflanzenarten. Worin sich aber Liechtenstein von seinen Nachbarn unterscheidet, ist das späte Einsetzen der industriellen Entwicklung und der dann aber sehr schnelle, ja vehemente Ablauf der damit verbundenen Einflüsse. Zum besseren Problemverständnis seien hier als Einstieg schlaglichtar- tig einige markante Quellen in Zeitraffung zitiert: - 1809 schrieb der Landvogt Josef Schuppler über 
Liechtenstein: «Es ist das ärmste Land, das es in der Welt geben mag»1. - 1923 berichtete der schweizerische Bundesrat in einer Botschaft an die Bundesversammlung aus Anlass der Ratifizierung des Zollvertra- ges mit 
Liechtenstein: «Der wichtigste Erwerbszweig der (liechtenstei- nischen) Bevölkerung ist die Viehzucht. .. Viele Liechtensteiner und Liechtensteinerinnen wandern jährlich aus, um als Maurer, Gipser, Waldarbeiter, Dienstmädchen etc., namentlich in der Schweiz ihr Brot zu verdienen und Ersparnisse zu machen»2... - Noch 1941 war rund ein Drittel der Erwerbstätigen in der Land- und Forstwirtschaft tätig, viele weitere im Nebenerwerb (um 1985 sind es noch knapp 3 Prozent). 23
        

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