Bemerkungen zu Abbildung 74: Veränderungen des hydrologischen Systems im Verlaufe des 19. Jh., am Beispiel des nördlichsten Teiles der liechtensteinischen Rheintalebene. Die Auswertung von drei älteren Planwerken über die Rheintal- ebene nördlich von Ruggell, in einem Kartenausschnitt von ca. 4 km2 dargestellt, zeigt die Entwässerungsbemühungen und die Aus- wirkungen auf die Fliessgewässerstrukturen. 1818: Ausser einem Damm entlang des Rheines und dem landein- wärts gezogenen sog. Lettendamm sowie dem bereits bestehenden künstlichen Scheidgraben zwischen den Gemeindegebieten von Ruggell und Schellenberg, bestehen keine sichtbaren Eingriffe in das hydrologische Abfluss-System. Dieses ist vor allem im Raum des heutigen Ruggeller Rietes noch reich und feinästig verteilt. Bereits bestehen die beiden Hauptwegverbindungen nach Nofels (rechts) und Bangs (links). 1830: Das hydrologische Netzwerk zeigt sich reduzierter, wobei angenommen werden darf, dass zumindest schon in gewissen Teilen eine Kultivierung vorgenommen wurde. Bei den Flurnamen «Neu- feld» und dem eingetragenen «Ried-Acker» sind derartige Einbrü- che ganz offensichtlich. Der Flurname «Riegelmäder» wird durch die Ausformung der Landschaft zwischen zwei Gräben als solcher verständlich. 1873: Das zwischenzeitlich durchgehend künstlich errichtete Gra- bensystem entspricht bereits weitgehend dem heute noch bestehen- den Weg- wie Gewässersystem. Erstmals tauchen Aussagen über die Torfnutzung mit konkreter Angabe der Torfstiche und Torfhütten auf. Eine Torfnutzung wird nach OSPELT (im Druck) erstmals von Landvogt Schuppler im Jahre 1815 erwähnt. Der Beginn der Torf- nutzung fand offensichtlich zuerst im östlichen Gebietsteil statt, während sie sich im Verlaufe des frühen 20. Jh. in die mittleren Teile ausdehnte. Ebenso nahm später die Anzahl der Torfhütten noch wesentlich zu. Der Lettendamm, der heute nicht mehr besteht, ist in der Karte immer noch enthalten. 169
        

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