Nach dem letzten katastrophalen Rheineinbruch im Jahre 1927 wurden die staatspolitischen Zeichen für die Schaffung einer wesentlich verbes- serten Hochwassersicherheit wie auch für die weitere Kultivierung der Rheinebene gesetzt. Mit dem klaren Votum zum Bau des Binnenkanals an der Volksabstim- mung vom 14. 12. 1930 waren die Rahmenbedingungen für die Ent- wässerung gegeben. In der Botschaft des Liechtensteinischen Landtags betreffend den Bau des Binnenkanals an das Volk, Vaduz, 1930, S. 23, wird die zur Entwässerung der versumpften Auwiesen und des gefähr- deten, überwiegend brach liegenden Kulturlandes mit 3—4 Mio Klaf- tern (= rund 12,5 knr) Fläche angegeben (vgl. auch MAYR, 1972). Im Rechenschaftsbericht der Regierung für das Jahr 1930 (S. 66) werden der traditionellen Streuekultur die anderen landwirtschaftli- chen Nutzungsformen gegenübergestellt, wobei die Ernteerträge und entsprechenden Werte pro 1000 Klafter angegeben werden: - Streue auf 1000 Klafter je nach Qualität 15. — bis 30. — Fr. - Weizen auf 1000 Klafter niedrigster Weltmarktpreis ä 1 kg 20 Rp. mittleren Ertrag 600 kg mit 750 kg Stroh zu 6 Rp. (ohne Mahlkarten) 145.-Fr. Weizenpreis durch Verkauf an schweizerische Getreidestelle ä 40 Rp. mit Stroh 285.-Fr. - Kartoffeln auf 1000 Klafter zirka 7500 kg zu 10 Rp. 750.-Fr. - Mais (ohne Zwischenfrucht) auf 1000 Klafter zirka 1000 kg zu 25 Rp. 250.-Fr. - Konserven-Erbsen (ohne Nachfrucht) auf 1000 Klafter zirka 3600 kg 1260. -Fr. - Kraut auf 1000 Klafter zirka 18 000 kg zu 6 Rp. 1080. -Fr. - Wiese auf 1000 Klafter zirka 2000 kg zu 10 Rp. 200.-Fr. «Aus dieser Zusammenstellung können wir ersehen, dass aus den 2—3 Millionen Klafter (ca. 1000 
ha) der versumpften Fläche für viele hun- derttausend Franken jährlich mehr geerntet werden kann, wenn alle Grundstücke in die richtige rationelle Kultur umgestellt sind. Wir müs- sen nicht nur alles Mehl und eine riesige Menge Futtermittel einführen, sondern auch sehr viel andere Artikel (wie Butter, Schmalz, Fleisch etc.), die wir selbst erzeugen könnten und wir daher das Geld nicht in das Ausland geben sollten» (Rechenschaftsbericht 1930, S. 66). 149
        

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