zwischen Balzers und Schaan wies zwar noch beträchtliche versumpfte Stellen auf, wurde aber bereits vielerorts als Feldboden verwendet. Das seit der Jahrhuntertwende errichtete, in verschiedener Beziehung zwar noch unzweckmässige und ungenügende Netz von Wassergräben hatte dies ermöglicht. Der gewonnene Boden war allerdings in nassen Jahren kaum brauchbar und wurde immer wieder von Rheinkies und -schlämm überschwemmt. Die grosse Ebene zwischen Schaan und dem Eschner- berg war mit einigen Gräben durchzogen, zeigte sich aber immer noch als sumpfiges Ried, das mit Ausnahme weniger Kulturversuche wie seit altersher als Viehweide (Frühlings- oder Sommeratzung) diente. Was übrig blieb, wurde als Streue verwendet.» Die Grundlagen zum heute bestehenden konsequenten Entwässe- rungssystem, das die Sumpfgebiete in bestes Agrarland umwandeln sollte, wurden um 1830 geschaffen, als der damals in Bregenz ange- stellte k.k. Ingenieur Negrelli, später bekannt durch das Suezkanal- projekt, zu Rate gezogen wurde. Aufgrund einer eigenen Nivellierung des Geländes erstellte er ein technisches Gutachten über die mögliche Entwässerung. Darin wurde u.a. erstmals der Bau eines Hauptkanals vorgeschlagen, mit dem das bestehende natürliche Abfluss-System verbunden werden sollte. Der Flächeninhalt der zu entwässernden Gebiete (vgl. OSPELT, 1972, S.35) zwischen Triesen bis zur Grenze nach Mauren (also ohne den Raum Balzers und Gamprin-Ruggell) wurde vom Oberamt um die Zeit von Negrelli mit 4 755 000 Klaftern (= 1712 ha) in der Talebene angegeben. Für Balzers und Ruggell besteht in der gleichen Quelle eine handschriftliche Zwischennotiz von je 200 000 Klaftern, was zumindest für Ruggell nie ausreichend sein dürfte. Gemäss diesen Daten darf angenommen werden, dass um 1830 mehr als die Hälfte des Talraumes noch aus Streuewiesen bestanden haben muss. Der jährliche Ertrag des Rieds zwischen Schaan und Eschnerberg (3 150 000 Klafter) wurde gemäss Darstellung des Oberamtes wie folgt berechnet: «Maienatzung für 600 St. Rindvieh ä 30 kr 300fl Maienatzung für 200 St. Pferde ä 2 fl 400 fl Sommeratzung für 100 St. Rindvieh ä 30 kr 50 fl Sommeratzung für 200 St. Pferde ä 1 fl 200 fl an Streue jährlich 1750 Fuhren ä 5 fl 7850 fl Summa des ganzen Ertrags (»hoch gerechnet«) 8800fl 146
        

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