entlang des Rheines und die Flurgehölze zusammen ca. 3,6% Bewal- dungsanteil an der eigentlichen Rheintalebene (ohne Hangfuss) aus- machen. 5.3.3.1 CHRONOLOGIE DES VERLUSTES AN AUWALD Bereits auf der ersten Eigenkarte Liechtensteins aus dem Jahre 1721 (siehe Abb. 61) von Johann Jacob Heber, Geometer in Lindau, ist ersichtlich, dass die Auen, ausser zwischen Schaan und Balzers, schon damals stark zurückgedrängt waren. Auf der eher massstabgetreuen Koleffelkarte des Jahres 1756 (FRICK, 1953) sind noch rund 600 ha Rheinauen (gemäss Eigenplanimetrierung) auszuweisen, was entlang des damals immer noch frei und mehrarmig fliessenden Rheines etwa 15% Bestockungsanteil im Talraum entspricht (BROGGI, 1977a). Im Zuge der Erstellung von Waldwirtschaftsplänen für die Gemeinde- waldungen wurde 1903 von Karl Anderka von der Fürstlichen Forst- verwaltung für alle noch bestehenden Auwaldungen eine planliche Darstellung vorgenommen. Danach besassen die Gemeinden Balzers, Triesen, Vaduz, Schaan, Eschen, Gamprin und Ruggell 1903 entlang des Rheines noch Auwaldungen im Ausmass von 267,2 ha, was 6,3% der Talfläche entsprach (siehe Tab. 14). Längs des Rheines wurde dieser schmale Auwaldgürtel lange mit Absicht belassen, diente er doch der Gewinnung des für die Rheinver- bauung benötigten Wuhrholzes. So wehrten sich beispielsweise 1789 und 1804 die Behörden gegen das Ansinnen von Vaduzer Bürgern zur Abholzung der Rheinauen mit dem 
Hinweis: «man könne die Auen mit ihrem Gestrüpp nicht auflassen, da man solches zur Faschinierung30 benötige« (BROGGI, 1981b). Die Rheinauen bestanden damals zur Hauptsache aus 
Grauerlen (Alnus incana), welche in einer Umtriebs- zeit von 15 Jahren, also im Niederwaldbetrieb, genutzt wurden. Aus den Holznutzungsdaten der Gemeinde Vaduz ist ersichtlich, dass für diese Gemeinde die letzten Erlenlose im Jahre 1936 an die Bürger ausgeteilt wurden (später gibt es keinen Vaduzer Galeriewald mehr). Nach dem verstärkten Ausbau stabiler Hochwuhre wurde das Wuhr- holz offensichtlich nicht mehr gebraucht. Im Bestreben, die Landwirt- schaft nach Kräften zu fördern, beschloss der Landtag am 23. Oktober 1935 Subventionen zur Urbarisierung von Auwald und Streueland auszurichten, und zwar für Rodungen und Drainierungen je 30 Prozent (siehe Rechenschaftsbericht 1936 der Regierung, S.85, vgl. auch Kap. 138
        

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