intensivere Feldwirtschaft («Anbauschlacht». «Plan Wahlen») und wit- terungsmässig auf die günstigeren Jahre nach 1939 zurück. Beide Faktoren treffen wohl voll auch für Liechtenstein zu. Nach dem zweiten Weltkrieg und verstärkt ab Mitte der 1955er Jahre stellt sich unaufhalt- sam eine rückläufige Tendenz ein, die nur in Zeiten sehr günstiger Witterung um 1975 und zu Beginn der 1980er Jahre durch verbesserte Aufkommensbedingungen überlagert werden (vgl. Abb. 58). Für den Rückgang der Hasenbestände im Alpenrheintal müssen die verschiedenen Umwelteinflüsse, wie Bevölkerungszunahme mit star- ker Zersiedelung der Landschaft, erhöhtes Verkehrsaufkommen sowie die Industrialisierung der Landwirtschaft verantwortlich gemacht wer- den. Diese Aussage lässt sich einerseits in der Interpretation der Hasenabschussgraphik (vgl. Abb. 58) in Überlagerung mit den jeweils herrschenden Witterungsbedingungen trendmässig belegen, anderer- seits bietet die Untersuchung der Hasenabschüsse in den Bergrevieren ebenso eine gewisse Kontrollmöglichkeit. Der Feldhase kommt in Liechtensteins Berglagen bis in den Bereich der Waldgrenze auf 1800 m ü. M., hier zwar unter suboptimalen Verhältnissen, vor. Auch hier profitiert er von den günstigeren Witterungsbedingungen der 1940er, um 1975 sowie zu Beginn der 1980er Jahre, allerdings naturge- mäss wesentlich restriktiver. Auffällig bleibt allerdings, dass die Schwankungen der Abschüsse des Feldhasen in den liechtensteinischen Bergrevieren langjährig nicht ausgeprägt sind, da dort ganz offensicht- lich, als zweitem Hauptparameter, sich die durch den Menschen beein- flussten Umweltveränderungen nicht so drastisch wie in den Tallagen ausgewirkt haben. Auf diesen Parameter wird deshalb im folgenden Kapitel vertieft eingetreten. HASENABSCHÜSSE UND WITTERUNGSEINFLÜSSE EIBERLE u. MATTER (1983) kommen nach eingehenden statisti- schen Analysen zum Schluss, dass im nahen Kanton Graubünden bei der Lufttemperatur die ein- bis zweijährigen Durchschnittswerte der Monate März, April, Juni und August und bei den Niederschlägen die vier- bis sechsjährigen Mittelwerte der Monate November und Dezem- ber zu den abundanzdynamischen Schlüsselfaktoren zählen, wobei der Einfluss der Winterniederschläge gegenüber den Wärmeverhältnissen in der Fortpflanzungsperiode von untergeordneter Bedeutung ist. Die langjährige Feldhasen-Abschussstatistik (1925 bis 1985) zeigt, dass 130
        

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