Hatzfeind wenig Chancen. So raffen Krankheiten und Parasiten auch weit mehr Hasen hin, die Mehrheit der im Frühling und Sommer geborenen Junghasen überlebt den ersten Winter nicht. Diese hohe natürliche Sterblichkeit des Hasen gibt seiner grossen Fruchtbarkeit erst ihren biologischen Sinn. Die Häsin setzt drei- bis viermal pro Jahr im Mittel zwei bis drei Junge pro Wurf in die Welt. Sie kann gar bis kurz vor der Geburt bereits wieder befruchtet werden (Doppelträchtig- keit). Der programmierte Überlebenskünstler wird heute allerdings durch weitere Faktoren dezimiert, nämlich durch den Strassentod (z.B. in der BRD sollen ihn jährlich 120 000 Hasen erleiden), den Unfalltod durch die zunehmende mechanische Bewirtschaftung der Felder, die Vergiftung durch Unkrautvertilger. Diese dezimierenden Faktoren sind nach Meinung von Wildbiologen immer noch nicht ausschliesslich für den massiven Hasenrückgang massgebend. Diese Einflüsse schöpfen in einem gewissen Sinne nur den Überschuss ab. LIMITIERENDER FAKTOR - LEBENSRAUMQUALITÄT Viel entscheidender als die genannten dezimierenden Faktoren erscheinen die limitierenden zu sein. Sie setzen bei der Lebensraumbe- engung ein. Dort, wo sich der Hase einmal niedergelassen hat, bleibt er sein Leben lang. Obwohl er in kurzer Zeit grosse Strecken zurücklegen kann, ist er sehr ortstreu. Die Grösse seines Aktionsraumes liegt bei 300 ha, wobei nur ein Kerngebiet von 10—20 ha vom gleichen Hasen regelmässig genutzt wird. Mit der Standortstreue wird der Hase stark von der Qualität dieses Lebensraumes abhängig. Er muss Deckung und vielfältige Nahrung zu jeder Jahreszeit bieten. In einer vielfältigen Kleinfeldlandwirtschaft war dies der Fall, hingegen nicht in der durch Monokulturen geprägten Landschaft. Der gegenwärtige Trend in der industrialisierten Landwirtschaft ist zusammen mit der Aufinselung der Landschaft durch Verkehrsadern und Überbauungen der stark limitie- rende Faktor. Werden die geeigneten «Hasen-Inseln» zu klein, ist auch der Fortpflanzungserfolg in Frage gestellt. STARKER RÜCKGANG DES FELDHASEN IN LIECHTEN- STEIN Der Hasenbestand war zur Zeit des 2. Weltkrieges in Liechtensteins Tallagen aufgrund der Indizes über die getätigten Abschüsse ausge- sprochen hoch. HOFMANN (1983) führt dies einerseits auf die damals 129
        

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