hochstämmige Obstbäume an, was immerhin über 10 Bäume pro ha landwirtschaftlicher Kulturfläche inkl. dem Siedlungsgebiet entspricht (Annahme Totalfläche ca. 5890 ha). SCHWUND DES HOCHSTÄMMIGEN OBSTBAUMES IM ZUGE DER INTENSIVLANDWIRTSCHAFT Der Schwund der hochstämmigen Obstbäume setzte parallel zur Ratio- nalisierung und Intensivierung der Landwirtschaft ein. Viele bäuerli- che Gärten wurden überbaut, die Obstgärten zunehmend nicht mehr gepflegt und vor allem Abgänge nicht mehr ersetzt. 1961 sank der Obstbaumbestand mit ca. 49 000 Stück (= 84% von 1951) erstmals wieder auf den Vorkriegswert, 1971 gar auf knapp 32 000 Bäume (= 54% von 1951, vgl. Obstbaumzählung 1971, Amt für Volkswirtschaft u. BROGGI, 1973c). Seither wurde auf die Erhebung des Obstbaum- bestandes verzichtet. Der geschätzte Bestand von vielleicht noch 10 000 Hochstämmen ist heute weit unter einem Viertel des Wertes von 1951 anzusetzen. Der erwerbsmässige Obstbau stellte zwischenzeitlich aus Gründen der Rationalisierung weitgehend auf Niederstammkulturen um. Bereits 1971 wurden anlässlich der Obstbaumzählung ca. 2500 Halbhoch- und Niederstämme gezählt. Die modernen Niederstammkulturen bilden sowohl biologisch als auch landschaftlich keinen Ersatz für hochstäm- mige Obstgärten (vgl. Abb. 44). Mit dem Schwund der prägenden Obsthaine rund um die Dörfer setzt sich die Banalisierung der Land- schaft fort. Die vielfältigen Obstbaumsorten früherer Zeiten, ange- passt an die jeweiligen Standorte und vielfach robust gegen Schädlinge und Pilzkrankheiten, verschwinden. Die Nachkriegsgeneration kennt die alten Obstbaumsorten wie «Jogeller, Melbirler, Scheibler, Schwärzler, Stäheler, Trübeier» kaum mehr. Da und dort haben sich noch einige alte Obstsorten in alten Flurnamen erhalten wie «Länke- ler» (Triesen) oder «Länkelteil» (Eschen), «Mümeler» (Triesen), «Stattrötbier» (Planken) (siehe BROGGI, 1979a). DIE VERKANNTE ÖKOLOGISCHE BEDEUTUNG DER OBST- WIESEN Der Obstbaumbewuchs ist aber nicht nur für den Landschaftscharakter prägend, sondern auch für das Lokalklima bedeutsam. Jeder Baum und Strauch bremst den Wind, jedes Gehölz ist zugleich auch Lebens- 105
        

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