Unter bestimmten Voraussetzungen war es dem Hochadel mög- lich, zwei oder mehrere Wappenhelme auf einem Schild anzubringen. Diese Voraussetzungen waren gegeben, wenn eine Dynastie ein mehrfeldriges Schild führte oder wenn die Wappenverleihungsurkun- de zwei oder drei Helme erlaubte. In unserer Sammlung sind Siegel mit mehreren Wappenhelmen selten. Zu erwähnen ist vor allem ein Siegel von Karl Ludwig von Sulz (Nr. 20), das zwei Wappenhelme zeigt, auf denen die beiden Schildfiguren wiederholt werden. Im 18. Jahrhundert werden Vollwappen mit mehreren Zierden häufiger: So führte Bischof Joseph Benedikt Freiherr von Rost 5 Wappenhelme, aber auch ein Bürgerlicher, der Amtschreiber Franz Josef Ambrosi, führte zwei Wappenhelme. Auch hier zeigt sich also eine Missachtung der heraldischen Regeln im 18. Jahrhundert. Schild, Helm, Helmdecke und Helmzier zählen zu den notwendi- gen Bestandteilen eines Vollwappens. Darüber hinaus sind vor allem bei den Siegeln des Adels noch verschiedene heraldische Pracht- oder Prunkstücke zu finden. Dazu zählen vor allem Kronen, Schildhalter, Wappenmäntel, Fahnen und Orden. Die ältesten Beispiele für Kronen sind die Helmkronen, die seit dem 14: Jahrhundert von Adligen zur Abgrenzung ihres Standes verwendet wurden. Helmkronen bestehen aus einem Reifen mit fünf Zacken, wovon der erste, dritte und fünfte als Blätter, der zweite und vierte mit Perlen besetzt dargestellt werden.52 Solche Helmkronen sind bei mehreren Siegeln der Freiherren von Brandis und der Grafen von Sulz zu finden, leider sind sie nicht immer leicht erkennbar. Die Helmkronen wurden über dem Helm angebracht. Seit dem 16. Jahrhundert wurden die Kronen benützt, um auch die Rangunter- schiede innerhalb des Adels sichtbar zu machen. Diese Rangkronen traten anstelle von Helm, Helmzier und Helmdecken. Rangkronen und Oberwappen kommen also nicht gleichzeitig vor. In unserer Sammlung sind folgende Rangkronen zu finden: die allgemeine «Adelskrone», die «Grafenkrone», die «alte Grafenkrone» und der «Fürstenhut». Die allgemeine «Adelskrone» besteht - wie die Helmkrone - aus einem Reifen mit fünf Zacken, von denen die 52 ebda. S. 90. 53
        

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