Die Helme sind auf den Siegeln nicht immer deutlich zu unterscheiden, doch lassen sich auch hier die Entwicklungen in der deutschen Heraldik nachvollziehen.49 Die älteste Helmform in unserer Sammlung ist der Kübelhelm (Rudolf V. von Montfort Nr. 4), der nur vom Hochadel und immer in Verbindung mit dem gotischen Dreieckschild verwendet wurde. Der Stechhelm war eine Fortent- wicklung des Kübelhelms. Er wurde im Gestech, einem Turnier mit Lanzen, verwendet. Wie der Kübelhelm besitzt er einen schmalen Sehschlitz (daher wird er auch als geschlossener Helm bezeichnet), passt sich aber mit seinen Rundungen der Kopfform besser an. Der Stechhelm ist bis ins 15. Jahrhundert sowohl bei adeligen als auch bei bürgerlichen Wappen zu finden, danach nur noch bei bürgerlichen. Meist wird er etwas nach (herald.) rechts gedreht dargestellt. Der Spangenhelm (oder Bügelhelm) wurde im 15. Jahrhundert im Zusammenhang mit dem Kolbenturnier entwickelt. Bei diesen Tur- nieren ging es darum, dem Gegner mit einem Kolben die Helmzier herunterzuschlagen. Die Sehschlitze sind stark erweitert (deshalb wird er auch offener Helm genannt), die Augen werden mit Bügeln oder Spangen gitterartig geschützt. Der Spangenhelm galt als der moderne- re und elegantere Helm und war wohl deshalb gewohnheitsmässig dem Adel vorbehalten. Eine logische Begründung für diese Unterschei- dung, die durch die Kanzleiheraldik (d.h. durch die Wappenbriefe und Adelsdiplome) geschaffen wurde, gibt es nicht, da die Nichtadeligen nicht turnierfähig waren und deshalb weder an Kolben- noch an Lanzenturnieren teilnehmen durften. Diese Unterscheidung ist ver- mutlich auf das Bedürfnis im Adel zurückzuführen, gegenüber dem Bürgertum Standesunterschiede deutlich zu machen und sich abzu- grenzen. Im 17. und 18. Jahrhundert wurden diese Grenzen aber von den Bürgern nicht mehr immer respektiert (oder waren diesen vielleicht auch zuwenig bewusst): So sind im 17. Jahrhundert bei vornehmen Bürgern vereinzelt Spangenhelme zu finden, im 18. Jahrhundert dann auch bei Landammännern. Die Helmdecke war ursprünglich ein Schutztuch am Helm, in der Heraldik wurde sie zu einem wichtigen Ornament. Anfangs wurde sie nur einteilig und klein dargestellt (Rudolf V. von Montfort Nr. 4), 49 Zur Entwicklung der Helme vgl. Wappenfibel. S. 79 ff. 51
        

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