Aufwölbungen zu Rollwerk auf. Die Schildformen wurden laufend verschnörkelter und dekorativer (Bischof Petrus de Rascher von Chur, Nr. 88, Georg Hasler, Nr. 168, Jakob Hannibal Berna von Stainach, Nr. 69). Die letzte Schildform, die in unserem Katalog vorkommt, ist die ovale Barock-Kartusche mit üppigem Rankenwerk und Schnör- keln (besonders häufig bei den Grafen von Hohenems). Die Wahl der Schildform war offenbar nicht abhängig vom Stand des Siegelführers, sondern eine Frage der Mode und des persönlichen Geschmacks. Grundsätzlich lassen sich bei allen Ständen Beispiele für die verschiedenen Schildformen finden, auch wenn etwa die Tartsche vorwiegend von Adligen verwendet wurde. Für eine allgemein gehaltene Untersuchung der Schildfiguren bietet unsere Sammlung zuwenig Material, eine solche Untersuchung würde auch den Rahmen dieser Einführung sprengen. Deshalb sollen hier nur einige Beobachtungen zu den Wappenfiguren der Landam- männer folgen. Die meisten Landammännersiegel sind heraldisiert, das heisst, die Figuren sind stilisiert und auf einem Schild angebracht. Nur bei wenigen Siegeln (z.B. bei Johann Georg Wolf, Nr. 187 und Peter Matt, Nr. 190) stehen die Figuren ohne Schild im Siegelfeld. Die Landammänner wählten bis in die erste Hälfte des 17. Jahrhunderts einfache Repräsentationssymbole: Hauszeichen, Kreuze, Gegenstän- de aus dem landwirtschaftlichen oder gewerblichen Bereich, Symbole oder Buchstaben. Hauszeichen44-dieser Begriff hat sich in Liechtenstein anstelle des an sich üblichen Begriffs «Hausmarke» eingebürgert - sind geometri- sche Figuren, die in der Regel aus einer Verbindung von geraden Strichen oder Einschnitten bestehen. Gekrümmte Linien sind selten, da sich diese nicht so einfach mit einem Werkzeug in Holz oder Stein einritzen oder einhauen Hessen. Hauszeichen existieren seit dem Frühmittelalter, sie sind also älter als Wappen. Sie dienten ursprüng- 44 Über Hausmarken besonders ausführlich: Alfons Leuprecht, Hausmarken von Bludenz, Montafon. Sonnenberg und Blumenegg. In: Gunz, Vorarlberger Wap- penbuch S. 80-92. Vgl. auchLeonhard, Wappenkunst, S. 281. - Über Hauszeichen aus Liechtenstein: David Beck, Die Hauszeichen von Triesenberg, JBL 1940, S. 69-100; Manfred Wanger: Die Hauszeichen der Gemeinde Planken, JBL 1968, S. 85-102; ders., Die Hauszeichen von Triesen, JBL 1974, S. 101-129. 47
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.