Bürger grössere Siegel anfertigen Hessen. Als Beispiele seien hier nur die Siegel der Landammänner Georg Schächle (41 mm, Nr. 172) und Johannes Negele (42 mm, Nr. 189) erwähnt. 5. DAS SIEGELBILD Dem Siegelbild kommt bei der Erforschung der Siegel schon allein deshalb eine besondere Bedeutung zu, weil es im Zentrum eines jeden Siegels steht. Es gilt dabei nicht nur zu fragen, was auf dem Siegel dargestellt wurde, sondern auch warum sich der Auftraggeber zu einem bestimmten Motiv entschloss. Welche Bedeutung und welche Symbolik legte ein Siegelführer dem gewählten Siegelbild bei? In den letzten Jahren hat man versucht, unter diesen Gesichts- punkten eine Siegel-Typologie zu erarbeiten. Dabei wurden bis zu 28 verschiedene Siegeltypen unterschieden.41 Bei der Beschreibung der Siegel in unserer Sammlung können wir uns auf einige wenige Haupttypen beschränken: Wappensiegel, Porträtsiegel, Heiligensiegel und Symbolsiegel. Relativ häufig sind auch Siegel, bei denen typische Merkmale verschiedener Siegeltypen gemischt vorkommen. Ein bemerkenswertes Beispiel dafür ist das Siegel des Kardinals Isidorus von Sabina (Nr. 118): Hier sind eine Heiligendarstellung, ein Porträt des Kardinals, sein Wappen und schliesslich auch die Symbole der 4 Evangelisten nebeneinander zu finden. Das Vorkommen der verschiedenen Siegeltypen in unserer Samm- lung ist sehr unterschiedlich: Etwa 84 % der Siegel vor 1700 müssen - nach dem wichtigsten Merkmal beurteilt - den Wappensiegeln zugerechnet werden, etwa 9 % den Heiligensiegeln, etwa 4 % den Porträtsiegeln und etwa 3 % den Symbolsiegeln. Es geht hier aber nicht um die exakten Zahlen, sondern um ein ungefähres Bild. Die einzelnen Siegeltypen lassen sich nicht immer scharf voneinander abgrenzen, zudem verschieben sich die Zahlen im Laufe der Jahrhun- derte. Wichtig ist allein das ungefähre Verhältnis der Siegeltypen untereinander. 41 Diederich, Siegel - Typologie, S. 14/15 44
        

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