EIN KÜNSTLERFREUND MIT PRÄGENDER WIRKUNG Der im Dezember 1936 verstorbene Kunstrestaurator Victor Mezger sen. hat die mir erst kürzlich bekanntgewordenen sehr interessanten «Erinnerungen»3 hinterlassen. Es handelt sich dabei um das Manuskript einer kurzen Zusammenfassung seiner Lebenserin- nerungen. Aus diesen geht hervor, dass Mezger mit Moriz Menzinger sehr befreundet war. Menzinger hat demnach seinem Freund Mezger viel aus seinem Leben erzählt, unter anderem auch, dass er in seiner Frankfurter Zeit - also zwischen 1857 und 1860 - mit einem Maler Reiffenstein befreundet gewesen sei, dem er sich auch künst- lerisch angeschlossen habe. Diese Künstlerfreundschaft sollte sich, wie sich aus meinen näheren Untersuchungen ergab, entscheidend auf Menzinger auswirken. CT. Reiffenstein4 (1820 - 1893) war, am Städelschen Kunstin- stitut ausgebildet, ein bedeutender Frankfurter Maler, der sich vor allem der Architekturmalerei widmete. Er hat in seinem Leben fast jedes wichtige alte Gebäude und jeden malerischen Winkel des alten, im letzten Weltkrieg fast völlig zerstörten Frankfurt5 festgehalten - heute eine unschätzbare Dokumentation! Von diesen Blättern befin- den sich etwa 2000 im Historischen Museum in Frankfurt, weitere 43 Klebebände mit Zeichnungen und Aquarellen sind im Besitz der Sammlungen des Städelschen Kunstinstituts6, dessen Schüler Reif- fenstein ja war. Seine Grundsätze - besonders auch hinsichtlich der Architekturmalerei - hat Reiffenstein auch in schriftlichen Betrach- tungen7 festgehalten. Er fordert in seinen Ausführungen, dass die 2 Werkkartei LLM Z376 -Z385. 3 Im Besitze von Hr. Viktor Mezger jun., Überlingen. 4 Heinrich Weizsäcker und Albert Dessoff, «Kunst und Künstler in Frankfurt am Main im neunzehnten Jahrhundert». Band II, S. 116. Frankfurt am Main 1909. Katalog der Gemälde im Städelschen Kunstinstitut. I. Die Gemälde des 19. Jahrhunderts, S. 298 ff. Frankfurt am Main 1972. F.v. Boetticher. «Malerwerke des 19. Jahrhunderts» Band II, S. 374/375. Dresden 1891 - 1901. 5 «Frankfurt um 1850. Nach Aquarellen und Beschreibungen von Carl Theodor Reiffenstein», Frankfurt am Main 1967. 6 Mitteilung des Städelschen Instituts. 7 Autobiographie in «Frankfurt um 1850» siehe oben, Anm.5. 257
        

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