Papst hatte, war Gerlach «ein merkwürdiger, etwas abenteuerlicher Mann». K. Epstein, Matthias Erzberger und das Dilemma der deutschen Demokratie (Mün- chen 1976). S. 183. Schmidlin ortet Gerlachs Vertrauensstellung im Mitarbei- terstab des Papstes als «diensttuenden Kammerherrn.» J. Schmidlin, Papstge- schichte der neuesten Zeit, 3. Bd. (München 1936), S. 190. W. Patin. Beiträge zur Geschichte der Deutsch-Vatikanischen Beziehungen in den letzten Jahrzehnten (Quellen und Darstellungen zur politischen Kirche. Sonderband A) (Berlin 1942), S. 232: «Gerlach war als Geheimkämmerer nicht nur einer der Beamten aus der täglichen Umgebung des Papstes, sondern er war gleichzeitig der 'intimste' Vertraute Benedikts XV. Ja, Herr von Stockhammern nennt ihn bezeichnender- weise in einem Brief an Erzberger vom 28. Jänner 1925 'das tägliche Brot' dieses Papstes. Ebenso stand er auch bei dem österreichischen Kaiserpaar Karl und Zita hoch in Gnaden.» 8 HHStA, PA XI/274, fol. 116v. 9 Vgl.: F. Lama Ritter von (Bearb.), Papst und Vierverband. Aktenstücke zum Artikel 15 des Londonergeheimen Abkommens (Augsburg [1918]). 10 Neue Zürcher Nachrichten, 4. III. 1916, S. 1. 11 K. Hoeber. Der Papst und die römische Frage (Köln 1916) S. 5. 12 Ebd. Hoeber formulierte S. 61: «Der gegen diesen Vorschlag des sog. kleinen Territoriums erhobene Einwurf, dass ein kleines Gebiet die Freiheit und Unabhän- gigkeit des Papstes für die Zukunft nicht gewährleistete, trifft nicht das Wesen der Sache. Es handelt sich nicht um die grössere oder kleinere Zahl von Quadratkilo- metern, sondern um die Grundlegung und die Anerkennung des Rechtes, auf das der Papst einen unbestreitbaren Anspruch hat.» 13 Ebd.,S. 5. 14 Vgl. z.B. H. Kramer, Die Übersiedlungspläne der Römischen Kurie nach Südtirol, in: Schlern-Schriften 27 (1953) S. 130f. 15 K. Epstein (Anm. 7), S. 450 und 461. 16 K. Hoeber (Anm. 11),S. 5. 17 HHStA, PA XI/274, fol. 171 v. 18 Bundesarchiv Koblenz, Nachlass Matthias Erzberger, Akte 33 (künftig: BA, NL Erzberger/33). Besagter Brief ist ein Durchschlag und folglich nicht unterschrie- ben. 19 Ebd. Ob seiner grundlegenden Bedeutung sei Erzbergers Brief in vollem Wortlaut wiedergegeben: «Hochwürdiger Herr Prälat, wie gestern schon angekündigt, sende ich Ihnen andurch 2 Exemplare einer Aufzeichnung über die staatsrechtlichen Verhältnisse des Fürstentums Liechtenstein. Ich habe diese eigens für Sie anfertigen lassen, damit Sie selbst im Bilde sind und Seiner Heiligkeit entsprechenden Vortrag halten können. Ferner sende ich Ihnen eine Karte über das Fürstentum, welche Ihnen vielleicht auch nützliche Dienste leisten könnte. Sollten Sie noch näheren Aufschluss wünschen, so stehe ich selbstverständlich gern zur Verfügung. Der Kernpunkt ist jetzt nur, ob Seine Heiligkeit wünscht, dass die Verhandlungen auf dieser Basis weitergeführt werden sollen. Bei reiflichem Nachdenken glaube ich, dass Aussicht auf Erfolg besteht und zwar Erfolg noch während der Dauer des 248
        

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