im Namen S.[einer] H.[eiligkeit] Besitz ergreifen und den Fürsten als Reichsverweser einsetzen». Am 14. April hatte Erzberger diese detaillierten, in acht Punkte gegliederten eben referierten Leitsätze bzw. Richtlinien in der Hand und antwortete noch am selben Tage.33 Er qualifizierte besagte Leitsätze als «vorzüglich». Genauso habe er sich «die Sache gedacht» und er werde sich «ganz an die Reihenfolge halten, die . . . in den acht Punkten aufgestellt» worden sei. Eine kleine Abweichung müsse er allerdings anmerken, «dass es anstatt Reichsverweser Statthalter heissen soll, weil mit dem Begriff Reichsverweser heute die Auffas- sung verbunden ist, dass der tatsächliche Monarch verhindert ist, die Regierung auszuüben». Ausserdem sei der Ausdruck Statthalter völkerrechtlich weit geläufiger als Reichsverweser. Weiters beeilte er sich mitzuteilen, dass er jetzt, wo er von den höchsten kirchlichen Stellen nicht nur freie Bahn, sondern auch ausführliche Richtlinien erhalten habe, gleich am kommenden «Sonntag (16. April) nach Wien abreisen» möchte, «da Anfang nächster Woche die Verhandlungen beginnen sollen.» Er habe sich bereits an den Wiener Kardinal «gewandt mit der Bitte, baldigst eine Conferenz anzuberaumen». Bei seinem letzten Besuch in Wien - womit nur der oben skizzierte von Ende März 1916 gemeint sein kann - habe er mit Piffl die Causa Liechtenstein ohnehin schon erörtert. Piffl habe zu verstehen gege- ben, «dass dies der einzig mögliche Weg sei». Er, der Kardinal und die österreichischen Regierungen «werden zur Verwirklichung dieses Planes» alles tun. b. DIE ENTSCHEIDUNG FÄLLT BEI DEN UNTERHANDLUNGEN IN WIEN AM OSTERSONNTAG. Über seinen neuerlichen und entscheidenden Aufenthalt in Wien, der vom Montag dem 17. bis Mittwoch den 26. April 1916 währte, hat Erzberger ein genaues Diarium angelegt34 und an Gerlach gesandt. Hierin hat er im Detail festgehalten, mit wem er jeweils unterhandelte und zu welchem Ergebnis es führte. Soweit Piffl in die Verhandlungen involviert war, verfügen wir unabhängig von diesem diarischen Bericht sowohl durch Original- briefe Erzbergers an den Kardinal wie auch durch die Tagebücher von 240
        

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